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Neu im Kino: „Teheran Tabu"Wie lebt man als Frau in einem Land, in dem der Ehemann bestimmt, ob man arbeiten darf, in dem die Ehe einen vor dem Gefängnis retten kann und öffentliche Hinrichtungen auf dem Marktplatz stattfinden? Der  gebürtige Iraner Ali Soozandeh drehte einen Film mit realen Schauspielern und verfremdete ihn mit Hilfe von Motion Capture und Rotoskopie zum Animationsfilm. Seine Hauptfiguren: Drei Frauen und ein junger Musiker. Pari ist Prostituierte, ihr Mann sitzt im Gefängnis, ist drogensüchtig und zahlt keinen Unterhalt für den gemeinsamen Sohn. Um sich von ihm scheiden lassen zu können, versucht sie, den verantwortlichen Richter zu überzeugen und im Gegenzug seine Geliebte zu werden. Ihre Wohnungsnachbarin ist Sara, frisch verheiratet, und das erste Kind ist unterwegs. Doch in der Ehe kriselt es. Sara möchte arbeiten und darf nicht. Schließlich sind da noch Babak und Donya, die nach dem Sex alles daran setzen, ihr Jungfernhäutchen wieder zu reparieren, denn sie soll bald einen anderen heiraten.

Welt online meint: „Ali Soozandehs Debütfilm „Teheran Tabu“ ist eine Geschichte der Doppelmoral in der Islamischen Republik Iran und darüber, wie sich die Bevölkerung einen Sport daraus macht, die Verbote zu umgehen.“

taz.de konstatiert: „Ali Soozandehs Regiedebüt „Teheran Tabu“ schenkt seinen Zuschauern einen Einblick in iranische Lebenswirklichkeit und Probleme rund um die Sexualität, die im üblichen Bild des Iran nicht auftauchen.“

Der Tagesspiegel lobt: „Anstatt der Zensur ins Poetisch-Metaphorische auszuweichen oder auf die Mikroebene eines alltäglichen Einzelfalls zu verlagern, der gesellschaftliche Missstände verdeutlicht, nimmt „Teheran Tabu“ kein Blatt vor den Mund. Er zeigt schonungslos, was sonst stets Andeutung bleiben muss.“

Cinema online fasst zusammen: „Durch die Tricktechnik wirkt manches abstrakt, ohne aber je den Bezug zur Realität zu verlieren. „Teheran Tabu“ ist ein Film, der mit Stolz, Entschlossenheit und einer deutlichen politischen Haltung gedreht wurde.“

 

 

 

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