Neu im Kino: „Selma“. Biopic über Martin Luther King

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Neu im Kino: „Selma“. Biopic über Martin Luther KingNach einer Stephen Hawking Biographie (vgl. Feuilletonscout v. 25.12.2014) und Michael Keatons „Birdman“ (vgl. Feuilletonscout v. 31.1.2015) kommt nun das dritte oscarverdächtige Biopic in die Kinos: „Selma“ erzählt die Geschichte des Martin Luther King während der Zeit seines Marsches von Selma nach Montgomery. Da die Nachfahren des Bürgerrechtlers die Rechte an dessen Reden haben, mussten Regisseurin Ava DuVernay und Hauptdarsteller David Oyelowo improvisieren: Sämtliche Reden im Film sind frei erfunden, jedoch im Geiste Martin Luther Kings formuliert. Und auch sonst war die Entstehungsgeschichte des Films nicht einfach. Zehn Jahre und etliche potenzielle Regisseure dauerte es, bis die beiden schließlich ein Skript vorlegen konnten, das die Schwarzen nicht als betende Lämmer darstellte, die ohne die Hilfe von Weißen nie zu ihren Rechten gekommen wären, sondern ihre Leistung in den Vordergrund stellt.

Und so beginnt der Film bereits zwei Jahre nach der berühmten „I have a dream“-Rede, ein Jahr nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an King und drei Jahre vor dessen Ermordung 1968, als er 1965 mit seinen Anhängern in der kleinen Stadt Selma in Alabama für das Wahlrecht von Schwarzen demonstrierte. Der Tag ging als Ereignis unsäglicher Gewalt weißer Polizisten gegen Schwarze unter dem Namen „Bloody Sunday“ in die Geschichte ein.

FAZ net meint: „Ava DuVernay hat keines der üblichen und kaum unterscheidbaren Biopics gedreht, deren Spannungsbogen vorhersehbar im dritten Akt seinen Höhepunkt erreicht. Sie stellt zwar Martin Luther King in den Mittelpunkt und verweist damit andere Figuren, die in jener Zeit auch zentral waren, an den Rand, aber es geht um ein klar umrissenes politisches Ziel, für das King einige Opfer in Kauf nimmt.“

Spiegel online sagt: „Eine brillante Studie über Politik, die eine wichtige Diskussion angestoßen hat.“

Cinema online fasst zusammen: „Großartiges Biopic über den US-Bürgerrechtler Martin Luther King.“

Kino zum Film: hier

 

 

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5 Gedanken zu „Neu im Kino: „Selma“. Biopic über Martin Luther King

  1. Ich finde SELMA auch wirklich gelungen. David Oyelowo ist ein Traum. Und gerade auch die Umsetzung, dass man Martin Luther King eben nicht zum alleinigen Helden macht, der alles alleine kann und keine Schwächen hat, war super. Ich fand Tim Roth eigentlich ganz gut besetzt, allerdings kenne ich die Geschichte und alle handelnden Figuren auch nicht so gut.

    Meine Rezension gibt’s hier: https://filmkompass.wordpress.com/2015/02/26/selma-omu-2014/

    1. Ich will Tim Roth nicht als Schauspieler kritisieren – aber er verkörpert das Böse an sich. Mir ist momentan kein Film geläufig, in dem Roth einen Hintergrund gebraucht hätte, um böse zu sein. Er – seine Filmfiguren – ist es einfach.

      War Wallace so? Hatte der keinen Hintergrund? War er Karrierist? War er religiös? (Selbst der Ku-Klux-Klan ist eine in erster Linie religiöse Bande.) Dazu hätte ich gerne etwas gesehen. (Wallace wurde viele Jahre später wiedergeborener Christ und gewann die Wahl zu seiner letzten Amtszeit großteils dank schwarzer Wähler.)

      Aber bitte: Natürlich ist es King-Film und keine Dokumentation, daher ist die Kritik nur eine kleine Randbemerkung.

      1. Lieber Gerald Fix, ich finde Ihre Einschätzung und Anmerkung sehr richtig. Diese Fragen kann man sich stellen. Die Figur blieb oberflächlich, ihre Motive waren nicht wirklich verständlich. Wahrscheinlich kann ein Film von 90-120 Minuten die vielen Aspekte auch gar nicht abdecken. Dennoch finde ich den Film sehr gelungen. Spannend und lehrreich.

  2. Ein wirklich sehenswerter Film, wenn auch mit Schwächen. (Dass z. B. G.C. Wallace mit dem Dauerbösewicht Tim Roth besetzt ist, tut dem Film nicht gut.) Gerade aus heutiger Sicht (welchen religiösen Hintergrund hatten eigentlich die Rassisten?) wäre es interessant gewesen, die Gegner ein bisschen genauer zu zeichnen und nicht nur Pappkameraden aufzubauen.

    Nebenbei ein Film, bei dem man sich auch die Soundtrack-CD mal anhören kann (nicht nur wegen des Oscar-prämierten “Glory”).

    Aber eines ist es m.E. nicht: Ein Biopic. Der Film handelt nicht von Martin Luther King. Er handelt von Selma und dem Marsch auf Montgomery und nicht von einer Person.

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