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Neu im Kino: „Miss Hokusai“. Animationsfilm für ErwachseneWer kennt ihn nicht, den Holzschnitt der blauen Welle des großen japanischen Zeichners Katsushika Hokusai, dessen Kunst als Vorläufer der Manga-Comics gilt. Er lebte in Tokio, das damals noch Edo hieß, im Übergang vom 18. ins 19. Jahrhundert. Und er hatte eine Tochter: O-Ei. Es gab sie wirklich, doch viel weiß man nicht über sie. Aber man weiß, dass sie ebenfalls zeichnete. Doch konnte sie nie aus dem Schatten ihres Vaters treten, der sie mit strenger Hand erzog, zum Malen antrieb und ihre Werke als seine verkaufte.

Der Animationsfilm „Miss Hokusai“ zeigt O-Ei als selbstbewusste Frau, die ihrem Vater zeichnerisch wie charakterlich in nichts nachsteht, jedoch ohne Anerkennung und Ruhm in Vergessenheit geriet.

Welt online begeistert: „Der wunderschöne Anime-Kinofilm „Miss Hokusai“ erzählt nun die Geschichte seiner geheimnisvollen Tochter. Eine Empfehlung. […] „Miss Hokusai“ kann man ohne Spannungsverlust (mindestens) dreimal sehen, dann erst öffnet sich visuelle und psychische Tiefe. Allein die historische Kulisse erzählt uns so nerdig-liebevoll aus dieser fremden Zeit […]“

FAZ net ebenso: „Die Heldin hebt ihre buschigen Augenbrauen, sie staunt. Ihr gezeichneter Gesichtsausdruck lehrt uns, wie man aufmerksamer hinsieht, als es das Kino normalerweise verlangt. So öffnet sich der Blick, und etwas, das er noch nicht kannte, blüht für ihn auf.“

Deutschlandradio Kultur lobt. „In losen, wunderbar animierten Episoden entwickelt „Miss Hokusai“ einen erstaunlichen Blick auf die  aufmüpfige junge Frau. […] O-Ei sucht ihre Inspiration im Alltag. Arbeit, Privatleben, Natur, Liebe und Trauer – all das führt ihren Pinsel. In dieser Beobachtung liegt die poetische Kraft des Films.“

NDR online positiv: „Katsushika Hokusais Tochter spielt in der Kunstgeschichte keinerlei Rolle, obwohl ihr Beitrag zu den Arbeiten ihres Vaters bekannt ist. Keiichi Haras Film gibt ihr nun auf sanft erzählende Weise den Platz, den sie verdient, ohne die beiden gegeneinander auszuspielen.“

Die Zeit (26/2016): „Wenn wir heute auf die Werke von Hokusai blicken, werden wir seine bezaubernd freche Tochter immer vor Augen haben.“

 

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