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Tim und Struppi – die beiden Comicfiguren erblickten 1929 in Belgien durch den Zeichner Hergé das Licht der Welt. Gestartet in der Jugendbeilage des katholischen Blattes „XXème Siècle“, erlebten sie einen rasanten Aufstieg in der Beliebtheitsskala ihres Publikums. Der Reporter Tim mit seinem treuen Hund Struppi besteht Abenteuer um Abenteuer und reist dabei um die ganze Welt. 1950 verschlug es ihn sogar auf den Mond. In 47 Jahren entstanden 23 Comicbände, bis heute verkauften sich rund 230 Comics.

Nun hat sich Steven Spielberg der beiden angenommen. Im Film erwirbt Tim ein altes Schiffsmodell mit geheimnisvollem und begehrtem Inhalt. Und schon beginnt die Jagd auf die beiden Helden im „Motion Capture“ Verfahren: Spielberg ließ reale Schauspieler mit viel Technik nachzeichnen.

Die Feuilletons reagieren verhalten auf die Hightech-Verfilmung des Comic-Klassikers.

FAZ net urteilt: „Statt zum Gipfeltreffen meisterlicher Erzähler gerät Steven Spielbergs Verfilmung von Hergés „Tim und Struppi“ zu einer Berg-und-Tal-Fahrt. […] Doch wenn der Meistererzähler Spielberg dem Meistererzähler Hergé die Pointen wegstreicht, bleibt von beider Meisterschaft wenig übrig. Nur einer von ihnen ist daran schuldlos.“

Deutschlandradio Kultur resümieret: „“Tim & Struppi“, das sind weder Fisch noch Fleisch. Bleiben fremd. Gefühlt fremd. Beide. Tim wie Struppi. Sehen dennoch, wirken dennoch unwirklich, künstlich, halt zu sehr doch „gemacht“ aus. […] Fazit: Da wäre bei dermaßen viel Planung, Anstrengung und Spielberg’scher Fan-Leidenschaft mehr drin gewesen als nur dieses Na-Ja-Okay-Unterhaltungsergebnis.“

Süddeutsche online ebenfalls negativ: „Perfekt bis zum Überdruss ist Steven Spielbergs „Tim und Struppi“. Mit seiner 3D-Orgie und dem hemmungslosen Einsatz computergenerierter Tricks vergreift sich der Regisseur an den Comic-Helden und befördert sie in ein totes Niemandsland.“

Die Welt konstatiert: „Denn empfindsame Traditionalisten, die […] die das Werk des Meisters Hergé vor allem wegen seiner „ligne claire“, seiner Eleganz und Subtilität bewundern, werden den Kinosaal nach Steven Spielbergs Spektakel „Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ mit einem üblen Gefühl verlassen: mit dem Gefühl, Zeuge einer 106-minütigen digitalen Schändung, zumindest aber einer brutalen Entführung geworden zu sein.“

Spiegel online fasst zusammen: „Werktreu oder wagemutig? Weder noch: Hollywood-Großmeister Steven Spielberg versucht sich an einer Computer-Version des Comic-Klassikers „Tim und Struppi“ – und baut die Abenteuer des Reporters, seines Hundes und seines trinkfreudigen Kumpels Haddock zu einem sehr zahmen Best-of um.“

 Filmplakat Tim & Struppi

Kino zum Film: hier