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Noch bis vor 40 Jahren war es in der Schweiz üblich, Müttern oder Familien, die zum Problem für die Gesellschaft geworden sind, die Kinder wegzunehmen und sie in bäuerliche Familien zu geben. Diesen Vorgang nannte man „verdingen“. Regisseur Markus Imboden arbeitet in „Der Verdingbub“ dieses Kapitel der Schweizer Geschichte auf.

Max kommt auf den Bauernhof der Bösigers. Sein Vorgänger starb nach sechs Wochen. Warum, weiß niemand. Der Umgang mit ihm und dem zweiten Verdingkind, Bertil, ist brutal. Schläge und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung. Doch Max will nicht aufgeben. Sein Fluchtpunkt ist das Akkordeonspiel.

Deutschlandradio Kultur resümiert: „Unsentimental und realistisch erzählt Markus Imboden in „Der Verdingbub“ von diesen unglaublichen Verhältnissen.“

Zeit online konstatiert: „Die zurückgenommene Inszenierung entgleitet nicht zum Elendsporno, zeichnet aber, von der verfaulten Kartoffel bis zur Jauchegrube, ein realistisches Bild des bäuerlichen Überlebenskampfes. […] Es sind eindringliche und in ihrer wütenden Verzweiflung zeitlose Verkörperungen menschlichen Elends.“

Cinema online fasst zusammen: „Der viel diskutierte Film schildert das Drama eines solchen „Verdingbubs“ – die Inszenierung ist durchaus eindringlich, badet auf Dauer aber etwas zu sehr im Elend.“

Filmplakat “Der Verdingbub”

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