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1986 erschien Noah Gordons Roman „Der Medicus“. Das Buch wurde vor allem in Deutschland zum Bestseller, verkaufte sich sechs Millionen Mal. Konsequent also, dass es ein deutscher Regisseur, Philipp ‚Stölzl, ist, der sich den Stoff für die Leinwand vorgenommen hat. Dabei scheut er sich nicht, nach eigenem Gusto Handlungsstränge zu verändern oder hinzuzufügen: Der grobe Plot bleibt: Der junge Rob Cole verliert früh seine Mutter- -aber nicht in London, sondern irgendwo auf dem Land, wo die Kinder in einem Kohlebergwerk schuften und auch nicht durch die Geburt des sechsten Kindes, sondern durch eine rätselhafte Krankheit – und kommt in die Obhut eines  Baders, der ihm nicht nur Taschenspielertricks beibringt, sondern auch die Heilkunde. Robs Weg führt ihn nach Isfahan, zum Arzt aller Ärzte, wo er in politische und amouröse Abenteuer verwickelt wird.

Der Deutschlandfunk lobt: „Keine Frage, „Der Medicus“ ist Unterhaltungskino. Aber ein sehr gutes. Und das ist bekanntlich eine Kunst für sich. Ein Kostümfilm auf einem so hohen, aufwendigen und technisch ausgefeilten Niveau zu liefern, ist eine große Leistung. […]Der Film hat ein feines Gespür für die unterschiedlichen religiösen, weltanschaulichen und kulturellen Milieus und deren Interaktion.“

Deutschlandradio Kultur positiv: „Regisseur Philipp Stölzl hat genau die Publikumsansprache des Weltbestsellerautors getroffen – jene Balance aus packender, durchaus konventioneller Erzählung und einer das Massenpublikum niemals überfordernde Beimischung aus historischem wie naturwissenschaftlichem Wissen.“

Zeit online negativ: „Wie kann es eigentlich sein, dass eine 26-Millionen-Euro-Produktion aussieht, als brenne in jeder zweiten Einstellung dieselbe Ölfunzel?“

Süddeutsche online ebenso: „Doch anstatt die Grundidee des Romans […] mit eigener Vision neu zu erzählen, fungieren Drehbuchautor Jan Berger und Regisseur Philipp Stölzl vor allem als Gralshüter der Vorlage. Und versuchen, so ziemlich jede der 900 Seiten des Romans zu illustrieren. Das gleicht dann weniger einem eigenständigen Film als einem opulenten Bilderbuch, das hektisch durchblättert wird – mit ein bisschen Mittelalter, ein bisschen Sex und ein bisschen Faktentreue.“

FAZ net kritisiert: „Denn das ist der Wundhaken dieses Films: die Geschichte. Wüstenreise, Palastintrige, Anatomie, Chirurgie, Pestepidemie, Glaubenskämpfe, verbotene Liebe – bei Noah Gordon klingt das alles aufregend und frisch, bei Philipp Stölzl wirkt es wie die Zweitnutzung der filmischen Ideen von Sönke Wortmanns „Päpstin“: eine Säulenhofszene, noch eine Säulenhofszene, dazwischen wahlweise Audienz oder Schäferstündchen […] Noah Gordon hat durch den Schleier des Abenteuerromans hindurch von der Geburt des medizinischen Wissens erzählt; Philipp Stölzl webt den Schleier so dicht und verwirrend, dass das Bild dahinter verschwindet.“

Cinema online fasst zusammen: „Das prachtvolle Mittelalterepos ist ein Fest für die Sinne und wesentlich spannender als der Roman.“
Der Medicux

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