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Neu im Kino: “Death of a Ladies’ Man”

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Rezension von Birgit Koß.

Eins muss ich gleich vorab bekennen, ich bin Leonard Cohen Fan! Meine erste Jugendliebe hat mir die LP mit „Suzanne“ geschenkt – die mit dem braunen Cover und dann habe ich ihn bei dem legendären Waldbühnenkonzert in Berlin vor einigen Jahren live erlebt – mit mir werden sich ca. 25000 Menschen daran erinnern. Das war eine gute Voraussetzung oder ist schlicht die Voraussetzung, um „Death of a Ladies‘Man“ zu goutieren. Leonard Cohen hat der Verwendung seiner Songs noch vor seinem Tod 2016 zugestimmt.

Zum Inhalt: der ältere kanadische Literaturprofessor Sam, ein Lebemann per se, wunderbar besetzt mit Gabriel Byrne, mit unendlich vielen Frauengeschichten, zwei Kindern und mehreren Ehen, erwischt seine Frau in flagranti mit einem  jüngeren Liebhaber. Kurz darauf besucht er ein Hockeyspiel seines Sohns und dort beginnt es. Während Sam im Stadion sitzt, singt plötzlich eine Sängerin nicht mehr die Nationalhymne sondern einen Cohen-Song und nun kämpfen die Eishockeyspieler nicht mehr um den Puck, sondern führen einen sehr gefühlvollen und wunderschönen Eistanz auf. Diese „Aussetzer“ in der Wahrnehmung von Sam finden zunehmend statt. Die einfache Erklärung der Ärztin: Es liegt nicht nur an seinem langjährigen Alkoholmissbrauch, sondern Sam hat einen extrem aggressiven Hirnhumor. Ende des ersten Kapitels.

Im zweiten Kapitel zieht der beurlaubte Literaturprofessor sich nach Irland zurück – mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen -, um endlich das Buch seines Lebens zu schreiben und von einer neuen Liebe zu träumen „like a bird on a wire, I have tried in my way to be free“.

Kapitel drei: Rückkehr nach Kanada, Läuterung bei den Anonymen Alkoholikern, Erfolg mit der Lesung seines Romans und dann —

Wie anfangs gesagt – die Musik, aber auch die wunderbaren Bilder und die ausgezeichnete Besetzung tragen durch diese Groteske. Die Handlung ist schon etwas „old school“. Der alte weiße Mittelschichtsmann mit seinen Problemen mit den Frauen, dem Alter und schließlich überhaupt dem Sinn des Lebens. Wer sich darauf einlässt, kann „Death of a Ladies’Man“ durchaus genießen, denn Matt Bissonnette hat seine Geschichte liebe- und phantasievoll inszeniert – und dann sind da ja natürlich auch die vielen Bezüge zu Leonard Cohen.

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