GD Star Rating
loading...

Die Militärdiktatur in Chile einmal aus anderer Perspektive erzählen – das ist das Anliegen des Films „Carne de Perro“ des chilenischen Regisseurs Fernando Guzzoni.

Darin schafft es Alejandro, einst treuer Gefolgsmann und Folterer im Dienste Pinochets, nicht, sein Leben nach dem Ende der Diktatur 1990 in den Griff zu bekommen. Eine Woche begleitet der Zuschauer einen Mann, der voller Hass und Selbsthass ist, der sich nicht mehr zurechtfindet und selbst mit der Kameradschaftsinitiative zur Umschulung ehemaliger Pinochet-Anhänger zu Demokraten nichts anfangen kann. Alejandros Ehe existiert nicht mehr, seine Tochter darf er nicht sehen. Sein einziger Freund ist sein Hund. Alejandro schlägt sich als Taxifahrer durchs Leben, bis das Auto seinen Geist aufgibt. Einsam und aufbrausend, mäandert er zwischen Depression und Düsternis auf der einen und Lichtblicken auf der anderen Seite, eine tödliche Krankheit in sich tragend, abgelehnt von der neuen Gesellschaft, in der es ihm nicht einmal gelingt, eine Krankenversicherung zu erhalten.

Der Deutschlandfunk hält fest: „Ein ergreifender Film über die Einsamkeit und ein Psychogramm der chilenischen Gesellschaft.“

Bei Deutschlandradio Kultur heißt es: „Leise, fast dokumentarisch erzählt.“

Süddeutsche online kritisiert: „Fernando Guzzonis zu eng gefilmtes, zerrissenes Porträt eines chilenischen Mannes (Alejandro Goic), psychologisch und sozial isoliert, zwischen Angstzuständen und Aggression. Wenn der Ex-Militär Chiles verdrängte, gewalttätige Vergangenheit repräsentieren soll, dann bleibt wegen seiner überbetonten Vereinzelung und Intimität die politische Dimension zu andeutungsvoll und unausgearbeitet.“

Cinema online hingegen meint. „Der Film setzt das Wissen über die Tyrannei des Generals Pinochet voraus und ist leider extrem schwer zugänglich.“

Carne de Perro

Kino zum Film: hier