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Einige US-Kritiker vergleichen Kathryn Bigelows Drama „Zero Dark Thirty“ über die Jagd auf Osama bin Laden mit dem Film „Die Unbestechlichen“, in dem der Watergate-Skandal filmisch aufgearbeitet wurde. Denn auch hier wird es höchst politisch.

Bei Bigelow ist CIA-Agentin Maya die Hauptfigur. Jahrelang arbeitet sie obsessiv daran, Osama bin Laden zu fassen, erleidet Rückschläge, verliert ihre einzige Freundin, muss sich gegen skeptische Vorgesetzte durchsetzen. Immer wieder verlaufen Spuren im Sand, obwohl der entscheidende Hinweis längst in den Akten steht.

Bigelow – für fünf Oscars nominiert – lässt nichts aus: Der Anschlag auf das World Trade Center, Folter, Kampfeinsätze und schließlich der präzise Ablauf des finalen Schlags gegen Osama bin Laden.

Zeit online lobt: „Das akribisch recherchierte Großwerk von Kathryn Bigelow und Drehbuchautor Mark Bowl versteht sich als nahezu dokumentarisch präzise Annäherung an kaum vergangene Realität und besteht zugleich auf Spannung, Dramaturgie, Verdichtung, kurz: der spielfilmtypischen Lizenz zum Erfinden. Ein aufregender Spagat, kinematografisch und konzeptionell.“

Die Welt online hingegen vernichtend: „“Zero Dark Thirty“ versagt auf mehreren Ebenen. Zum Ersten lässt sich Folter nicht sachlich, nicht ohne moralische Wertung darstellen, ganz gleichgültig, zu welchem „guten Zweck“ sie ausgeübt wird. Zum Zweiten rechtfertigt er Folter indirekt, da er kein einziges Opfer zeigt, dessen Unschuld sich herausstellt. Und zum Dritten krankt er an Bigelows Faszination mit militärischen Abläufen […]“

Cinema online fasst zusammen: „Überhaupt weigert sich der Film, eine klare moralische Haltung zu beziehen. Er liefert eine nüchterne Chronik der Ereignisse und überlässt die Bewertung dem Zuschauer. […]Kathryn Bigelow und ihrem Drehbuchautor Mark Boal ist eine schwierige Gratwanderung gelungen, die bemerkenswert ausgewogen von den politischen und emotionalen Auswirkungen einer zuvor unvorstellbaren Tragödie erzählt.“

Filmplakat “Zero Dark Thirty”

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