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Er verfolgte Kommunisten und Anarchisten, bekämpfte alle nicht-konservativen Umtriebe und Korruption, unterdrückte seine Homosexualität und hörte zeitlebens auf seine Mutter: John Edgar Hoover stand 48 Jahre an der Spitze des FBI. Auf sein Konto gehen die Entwicklung alternativer Ermittlungsmethoden wie die Ballistik und eine Datenbank mit Fingerabdrücken, wodurch die Verbrechensbekämpfung entscheidende Fortschritte machte.

Clint Eastwood zeichnet in seinem neuen Film ein Portrait des Mannes, dem nachgesagt wird, nicht nur Präsidenten gemaßregelt zu haben, sondern skrupellos für seine Ziele eintrat. Dabei legt er den Hauptaspekt auf die Persönlichkeit des FBI-Mannes und sein Verhältnis zur Mutter.

Cinema online fasst zusammen: „Dabei liefert Eastwood keine endgültigen Antworten oder psychologischen Rechtfertigungen für Hoovers Taten. Stattdessen überlässt er es dem Zuschauer, sich ein Bild über diesen schwer zu greifenden Mann zu machen, der einerseits penibel darauf achtete, sein Privatleben geheim zu halten, andererseits jedoch den von ihm initiierten Hype um die eigene Person in vollen Zügen auskostete.“

Deutschlandradio Kultur lobt: „Clint Eastwood nimmt sich mit langen ruhigen Einstellungen in wunderbar ausgestatteten Räumen alle Zeit, die er braucht, und er hat in Leonardo DiCaprio einen Darsteller, der selbst in der starren Maske des alten Mannes großartige mimische Differenzierungen zeigen kann.“

Zeit online lobt Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio: „Clint Eastwood erzählt Hoovers erstaunliche Biografie weitgehend chronologisch, mit Vorgriffen und Rückblenden. […] Es ist kein politischer Film, sondern solides amerikanisches Starkino. Und man muss zugeben: Eastwood hat Stars. Der größte ist Leonardo DiCaprio. Caprios motziges Kindergesicht hindert manchmal daran, sein schauspielerisches Können wahrzunehmen, aber dieser Film lebt geradezu von seiner Physiognomie.“

Süddeutschen online kommentiert: „Es ist nicht so, als wäre „J. Edgar“ ein versöhnlicher Film geworden, aber die Art, mit der Eastwood und Black mit dem großen Geheimdienstmogul ins Gericht gegangen sind, ist eben sehr eigen.“

FAZ net ebenfalls positiv: „Dank der Inszenierungsvollkommenheit herbstlicher Farben, dem ungerührt konturenklaren und bewegungssicheren Auge des Kameramannes Tom Stern, dem gebremsten Sichvoranwälzen der von Eastwood selbst (diesmal in seiner Eigenschaft als täuschend echter Revenant Schostakowitschs) komponierten Musik erkennt man endlich: Das eigentlich Gewaltige am hier erkundeten Leben ist die Widerlegung der Behauptung psychoanalytischer Politikanalyse.“

Spiegel online resümiert: „Regisseur Clint Eastwood hat das Drama eines infamen Charakters unerwartet zärtlich gestaltet.“

Filmplakat “J. Hoover”

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