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Germain ist Lehrer und normalerweise nicht sonderlich erbaut über die literarischen Ergüsse seiner Schüler. Doch der Aufsatz von Claude versetzt ihn in Erstaunen. Der Junge beschreibt präzise, wie er sich in das Vertrauen eines Mitschülers einschleicht, um dessen Familienleben zu studieren. Der Aufsatz endet mit „Fortsetzung folgt“. Fasziniert und befremdet zugleich, beschließt Germain, mit Claude zu sprechen, als dieser ihm bereits die Fortsetzung seines Werkes präsentiert. Aus der Ermunterung, weiterzuschreiben, entwickelt sich bald eine seltsame Eigendynamik mit der steten Frage „Was ist real, was Fiktion?“.

Regisseur François Ozon entwickelte seinen Film nach dem Theaterstück „Der Junge aus der letzten Bank“ von Juan Mayorga aus dem Jahr 2006.

FAZ net resümiert: „Voyeurismus und Sadismus gehen ineinander über, die Phantasie durchdringt jede Pore dieses klugen Films, […] viel radikaler noch als bei Hitchcocks „Fenster zum Hof“, der hier in vielerlei Hinsicht aufgerufen wird, und in einer interessanten Parallelaktion zu „Holy Motors“, dem wildesten Fiktionalitätsexperiment der jüngeren Zeit – ein Film auf dem trügerischem Grund unserer eigenen Wünsche.“

Deutschlandradio Kultur lobt: „Francois Ozon ist ein Meister der Manipulation und er läuft mit „In ihrem Haus“ zur absoluten Topform auf. Was wie eine Realsatire auf die Schule beginnt, bekommt erotisch aufgeladene Thriller- und subtile Horrormomente. […] Einer der unterhaltsamsten und intelligentesten Filme im Kinoherbst mit grandiosen Schauspielern.“

Zeit online bemerkt: „Wie nebenbei wirft er beunruhigende Fragen auf: Sind Romane (und Filme) gesellschaftlich akzeptierter Voyeurismus? Transzendiert Fiktion die Grenzen des schnöden Alltags, oder verschlimmert die Realitätsflucht den Frust eines ungelebten Lebens?“

Cinema online fasst zusammen: „Ozon verstrickt den Zuschauer in ein hintergründiges Filmrätsel.“

Filmplakat “In ihrem Haus”

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