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Hannah Arendt (1906-1975), als Jüdin in Deutschland geboren, von 1937-1951 staatenlos, bis sie die amerikanischen Staatsbürgerschaft erhielt, gilt als eine der einflussreichsten politischen Theoretiker.  Von 1961 – 1964 beobachtete sie als Reporterin der New York Times den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem. Sie wollte das Handeln der Menschen im Nazi-Regime verstehen und  entdeckte in Eichmann weniger das grausame Monster als vielmehr einen Bürokraten, der dumpf Befehle ausführte. Ihre Beobachtungen fasste sie in der These von der „Banalität des Bösen“ zusammen, was  einen Sturm der Entrüstung auslöste.

Margarethe von Trottas Film beleuchtet diese Jahre zwischen 1960 und 1964. Jahre, an deren Ende Hannah Arendt (Barbara Sukowa) als einzige Freunde nur noch ihr Mann Heinrich Blücher (Axel Milberg), ihre Freundin Mary McCarthy (Janet McTeer) und ihre Sekretärin Lotte Köhler (Julia Jentsch) blieben. Die Regisseurin stütze sich dabei auf umfangreiche Recherchen und Gespräche mit Bekannten von Hannah Arendt und flicht originale Aufnahmen des Prozesses in ihren Film ein.

Deutschlandradio Kultur lobt Barbara Sukowa und fasst zusammen: „Margarethe von Trottas Lieblingsschauspielerin Barbara Sukowa spielt Hannah Arendt mit beeindruckendem Nuancenreichtum: Zwischen Stolz, überschäumendem Temperament, leisen Selbstzweifeln und Zerbrechlichkeit. […]Margarethe von Trotta zeigt, wie die Philosophin diffamiert, beleidigt, als jüdische Nestbeschmutzerin ausgegrenzt wird. Und sie zeigt den Kampf einer Frau, die ihren Gegnern mit hoch erhobenem Kopf entgegen tritt, weil sie sich allein der Wahrheit verpflichtet fühlt.“

Die Welt konstatiert: „Ganz bestimmt ist die historische Figur der Hannah Arendt faszinierender als der Film über sie. Aber weil er elegant jene kurzbeinige Haltung umläuft, die Theoretisches für zu hoch erklärt, gelingt es ihm, das stille Pathos des Denkens zu zeigen.“

Cinema online positiv: „So klar und unsentimental wie Arendts Analysen ist auch Margarethe von Trottas Porträt der streitbaren Philosophin. […]Unverzichtbar für alle, die verstehen wollen, wie Diktaturen funktionieren“

Filmplakat “Hannah Arendt”

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