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„Cäsar muss sterben“ – Shakespeare im Knast? Die italienischen Brüder Vittorio und Paolo Taviani haben sechs Monate die Theaterproben zu „Julius Cäsar“ im Gefängnis von Rebibbia begleitet. Vom Casting bis zum fertigen Stück. Etwas getrickst haben sie dabei: Es gab ein Drehbuch, nach dem die Probe ablaufen, einen Theaterregisseur, der nach Drehbuch agieren sollte, einen entlassenen Häftling, der zurückgeholt wurde, um den Brutus zu spielen. Und sie haben in schwarz-weiß gedreht.

Bei der diesjährigen Berlinale gewann der Film den Goldenen Bären. Als bester fremdsprachiger Film ist er für den Oscar nominiert.

Der Deutschlandfunk meint: „Der Film ist keine dokumentarische Studie über ein Resozialisierungsprojekt. Vielmehr zeigt er in bewegender Weise wie die Shakespeare-Story um Macht, Verrat, Rache und Gewalt so sehr von den Männern Besitz ergreift, dass sie ihr eigenes Schicksal in ihr wiederfinden wollen. Ein zähes Ringen zwischen Kunst und Leben beginnt.“

3sat online konstatiert: „Was nach einem trockenen Dokumentarfilm klingt, ist eine spannende Inszenierung von hoher Authentizität. […]Es gibt keine Stars, keine Kostüme, keine historischen Dekore – und gerade deshalb ist „Cäsar muss sterben“ eine der besten Shakespeare-Adaptionen im Kino.“

FAZ net resümiert: „Es ist das Werk zweier Knaben, die sich nicht satt staunen können an all dem, was sie sehen. Ebendarum ist „Cäsar muss sterben“ bei allem Ernst so übermütig beseelt und bei allem Übermut so erschütternd.“

Cinema online fasst zusammen: „Spielfilm oder Dokumentation? Der Berlinale-Gewinner gibt Rätsel auf.“

Filmplakat “Cäsar muss sterben”

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