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Als der Schriftsteller Basil Schlupp beim Dinner im Schloss Bellevue sitzt, erwischt es ihn: Er verliebt sich Knall auf Fall. Die Angebetete ist nicht nur umwerfend blond, sondern auch hochintellektuelle Theologin. Er schreibt ihr, und sie antwortet. Eine Beziehung in Briefen entwickelt sich, platonisch, in der es um die Theologie von Karl Barth ebenso geht wie um das stückchenweise Preisgeben von Geheimnissen und Intimitäten aus den jeweiligen Ehen. Bei diesem Ehebruch in Briefen ersetzt der Verrat die Sexualität. Bis zum bitteren Ende, als die Theologin mit ihrem inzwischen todkranken Mann zu einer letzten Radtour durch Kanada aufbricht.

Zeit online begeistert: „Das Buch ist vollkommen verrückt. Es ist sehr interessant. Wer je gedacht hatte, dass sich Martin Walsers Werk im Realistisch-Plausiblen und Alltäglichen erschöpfe, in der fallweise allerdings beachtlich filigranen Nachzeichnung des seelischen Alltagserlebens, der wird hier eines bizarr anderen belehrt. Der Briefroman Das dreizehnte Kapitel ist von vollendeter Exzentrizität.“

FAZ net konstatiert: „Es geht, so sei behauptet, in diesem Roman nämlich nur zweitrangig um die Figuren. Es geht vor allem ums Briefeschreiben. Um Handschrift, um Tinte, um Papier. Es geht um eine Kommunikationsform, in der das Unmögliche möglich wird.“

Welt online ist über den Autor ermüdet: „Man möchte daher dem Oberschwaben, […] man möchte ihm das Beispiel seines norddeutschen Kollegen Wilhelm Raabe vor Augen stellen. Der hat sich mit 70 selber in den Ruhestand geschickt. Eine schöne Idee, die es verdient hätte, mehr Nachahmer zu finden, als bisher der Fall gewesen ist.“

Süddeutsche online hingegen: „Martin Walsers neues Buch „Das dreizehnte Kapitel“ erzählt von einem Paar, das keines sein kann – ein grandioser Briefroman, der von der Liebe nicht nur spricht.“

Buchcover “Das dreizehnte Kapitel”

Martin Walser:
„Das dreizehnte Kapitel“.
Roman. Rowohlt Verlag, Reinbek 2012.

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