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„Marianne Werefkin: Vom Blauen Reiter zum Großen Bären“. Ausstellung in BremenAls Marianne von Werefkin (1860-1838) Alexej Jawlensky kennenenlernte tat sie etwas, was viele Frauen machten: Sie stelle ihre eigene Arbeit, die Malerei, zunächst ein, um dem fünf Jahre jüngeren die Möglichkeit zu geben, sich künstlerisch zu entfalten. Dabei war sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine gut ausgebildete und erfolgreiche Malerin. In Russland geboren, entdeckt man ihr zeichnerisches Talent, als Marianne Werefkin 14 Jahre alt war. Sie erhielt Unterricht bei Ilja Repin, dem bedeutendsten Vertreter des russischen Realismus und auch seine Schülerin hatte in diesem Genre erste Erfolge, galt bald als „russischer Rembrandt“.

Erst 1906, nach Jahren in München, in denen sie erfolgreich einen Salon geführt hatte, aus dem die Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ hervorging, griff Werefkin wieder zum Pinsel. Jawlensky, der als Schürzenjäger bekannt war, hatte sie längst betrogen, die junge Hausangestellte Helene hatte wenige Jahre zuvor den gemeinsamen Sohn geboren. Mit dem zweiten künstlerischen Anlauf wandte Marianne Werefkin sich einem neuen Malstil zu: dem Expressionismus. Es entstanden Café- und Zirkusszenen. Wäscherinnen, Fabrikarbeiter und Fischer hielt sie in ihren Bildern fest. Marianne Werefkin unterhielt weiterhin intensiv Kontakt zu Künstlerkollegen, darunter Else Lasker-Schüler, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Serge Diaghilev. Mit dem Ersten Weltkrieg verlor Marianne Werefkin die zaristische Pension ihres Vaters. In der Schweiz fand sie eine neue Heimat, unterstützt von Freunden und Bewunderern, während Jawlensky sie endgültig verließ und Helene heiratete.

Die Museen Böttcherstraße in Bremen präsentieren nach 15 Jahren erstmals in Deutschland wieder eine umfassende Retrospektive von Marianne Werefkin. Dabei steht sie im Kontext ihrer Künstlerkolleginnen mit Leihgaben aus europäischen Museen und aus Privatbesitz sowie der Fondazione Marianne Werefkin in Ascona, wo Werefkin bis zu ihrem Tod lebte.

Inken Steen bei Radio Bremen: „Sie beginnt wieder zu malen und gleich unglaublich modern, zum Teil setzt sie Farbflächen gegeneinander – grüner Billardtisch gegen rote Wand, die Figuren sind oft von hinten gemalt, die Gesichter nur angedeutet. Werfkin interessiert sich ganz stark für das Atmosphärische einer Szene, Menschen im Biergarten, beim Sonntagsspaziergang.“

 

Marianne Werefkin: Vom Blauen Reiter zum Großen Bären
Hardcover, 232 Seiten inklusive ca. 140 farbige Abbildungen
bei amazon: Marianne Werefkin: Vom Blauen Reiter zum Großen Bären

Marianne Werefkin: Vom Blauen Reiter zum Großen Bären
Ausstellung noch bis zum 5. Oktober 2014

Museen Böttcherstraße
Paula Modersohn-Becker Museum
Ludwig Roselius Museum
Sammlung Bernhard Hoetger
Böttcherstraße 6–10
28195 Bremen

Öffnungszeiten:
dienstags bis sonntags, 11–18 Uhr
montags geschlossen

8 Euro/5 Euro

 

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