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Das Leben von Marianne Birthler, geboren 1948 in Berlin Friedrichshain, hat viele Wendungen erfahren. Und dass sie eines Tages als Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik im Jahr 2011 ihre berufliche Karriere in einem wiedervereinten Deutschland beschließen wird, hat sie sich sicher nicht träumen lassen, als sie schon früh in der damaligen DDR in die Opposition ging.

Dort schaffte sie es, trotz Austritts aus der FDJ und Hinwendung zur Kirchengemeinde, Abitur zu machen, den Facharbeiterbrief im Außenhandel zu erwerben und ein Fernstudium der Außenhandelswirtschaft zu absolvieren. Mit der Familiengründung wurde es beruflich stiller. Marianne Birthler zog drei Töchter groß und arbeitete in der Tierarztpraxis ihres Mannes mit. Gleichzeitig begann sie, sich ehrenamtlich in der evangelischen Kirche zu engagieren und in Opposition zur SED zu gehen. Als sie 29 Jahre alt ist, wird sie das erste Mal bei der Stasi aktenkundig. Ihre Tätigkeiten rückte sie unmittelbar in den Mittelpunkt der Geschehnisse um 1989.

Nach der Wende fand sie ihre politische Heimat bei Bündnis90/Die Grünen. Sie war Kultusministerin im neuen Bundesland Brandenburg und erste Bundesvorsitzende ihrer Partei. In ihrer Autobiographie“ Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben“ lässt sie dieses abwechslungsreiche und politisch geprägte Leben Revue passieren.

Bis Januar 2015 liest Marianne Birthler regelmäßig aus ihrem Buch. Heute Abend in der Thalia Buchhandlung in Dresden, am 1. Juni beim Dorfkirchensommer in Michendorf/Brandenburg

Alle Lesungen, Veranstaltungsorte und Hinweise zur Ticketbestellung hier:

Marianne Birthler
Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben. Erinnerungen.
Carl Hanser Verlag, Berlin 2014

FAZ net: „Überraschend für alle, die sie nicht kennen, ist die erzählerische Kraft, die Marianne Birthler entfaltet. Der ganze Kosmos des Alltags im Ost-Berlin der fünfziger und sechziger Jahre entsteht aus familiären Anekdoten, Erlebnissen in der Schule, Schilderungen der Wohnverhältnisse und Porträts.“

Spiegel online hält fest: „Wer sich von dem etwas sperrigen Buch-Titel („Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben“) nicht halb oder ganz abschrecken lässt, der bekommt eine differenzierte Alltagsgeschichte zu lesen: die einer mutigen Frau und Mutter aus der DDR, die sich in der Bürgerbewegung engagierte.“

Der Deutschlandfunk fasst zusammen: „Eine „politische Biografie“ nennt die Autorin ihre Erinnerungen. Geschrieben hat sie einen auch sprachlich gelungenen spannenden Bericht. Ein Stück deutscher Demokratiegeschichte, das die Anteilnahme der Leser verdient.“