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Literatur: Peter Wawerzinek "Rabenliebe"Warum hatte ihn damals seine Mutter in der DDR zurückgelassen, als sie in den Westen floh? 50 Jahre lang quälte Peter Wawerzinek diese Frage. Sie ließ ihn und seine Schwester in einer Rostocker Wohnung zurück, wo die verwahrlosten Kinder von Nachbarn gefunden wurden. Der kleine Junge wusste lange nichts von seiner Schwester. Stattdessen begann für ihn eine Odyssee durch Kinderheime und Pflegefamilien, bis ihn schließlich eine Lehrerfamilie adoptierte. Aber auch hier erlebte er nur Kälte und Distanz. Eine geplante Flucht als NVA-Soldat brach er im letzten Moment ab. Erst nach der Wende kann er seine leibliche Mutter in Baden-Württemberg ausfindig machen. Die Begegnung mit ihr und seinen acht Halbgeschwistern verläuft enttäuschend und bleibt die einzige.

Peter Wawerzinek verarbeitet in „Rabenliebe“ sein eigenes Schicksal: Als Peter Runkel wurde er im Alter von zwei Jahren von seinen Eltern, die in den Westen gingen, verlassen. Mit seinem autobiographischen Roman gewann er 2010 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

FAZ net fasst zusammen: „Ein Thema wie ein Bombengürtel: Peter Wawerzinek hat seine mutterlose Kindheit in ostdeutschen Heimen als großen Schmerzensmonolog literarisiert.“

Der MDR hält fest: „Der Text ist ein großer Schmerzensmonolog über die verlorene Kindheit. Die Sprache wechselt zwischen prosaischer Bestandsaufnahme und lyrischen Passagen[…] Fast atemlos hat Wawerzinek sich auf über vierhundert Seiten seine ganze Erbitterung, Trauer und Wut über das Erlittene von der Seele geschrieben.“

Welt online meint: „“Rabenliebe“ ist ein Buch für Leser, die sich ihrer Gefühlsregungen bei der Lektüre nicht schämen.“

Peter Wawerzinek
Rabenliebe
Verlag Galiani Berlin, 2010
Leseprobe_Peter Wawerzinek_Rabenliebe

 

 

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