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Sie krabbeln und wuseln, brennen zuweilen auch auf der Haut und können das Picknick im Freien in einen Albtraum verwandeln: Ameisen. Niels Werber, Literaturwissenschaftler an der Universität Siegen und eigentlich eher auf „systemtheoretische Literaturwissenschaft“ und „Mediengeschichte“ spezialisiert, hat das kleine Tier von seinem Blickwinkel aus einmal genauer unter die Lupe genommen und untersucht, was die „Ameisengesellschaft“ mit uns Menschen gemeinsam hat. Immerhin beträgt die Evolutionsgeschichte der Krabbler mehr als einhundert Millionen Jahren, seit rund zweieinhalbtausend Jahren gilt ihre Organisationsstruktur immer wieder zur Beschreibung von gesellschaftlichen Strukturen beim Menschen. Denn der Ameisenstaat hat sich, im Gegensatz zu den menschlichen Organisationsformen, nicht verändert. Ihr Zusammenleben funktioniert und hat eine feste Ordnung, obwohl es keine Hierarchie gibt – und dient doch immer wieder als Vorlage für republikanische, monarchistische, libertäre oder totalitäre Vorstellungen einer Gemeinschaft.

Der Deutschlandfunk hält fest: „Der Literaturwissenschaftler Niels Werber geht mit feinem Spürsinn und souverän recherchiertem Material den Spuren nach, die das Gewusel der Ameisen in die Geistesgeschichte gezeichnet hat. „Ameisengesellschaft“ kann man sowohl als Mediengeschichte, Kulturgeschichte, oder Metapherngeschichte lesen. […] Seine Faszination für die Genialität der Natur ist ansteckend.“

Deutschlandradio Kultur resümiert: „Im Durchgang durch diese und viele weitere Beispiele bietet Werbers Buch auf 350 Seiten einen anregenden Überblick über das literarische und gesellschaftliche Leben der Ameise; der Autor springt dabei mühelos zwischen den Zeiten und Gebieten herum, von der Psychologie bis zur Computerwissenschaft, vom NS-Staat bis zum Hollywood-Film, was seinem Buch etwas fast insektenhaft Wimmelndes gibt.“

Süddeutsche online lobt: „Dieses Buch mit seinem nur scheinbar entlegenen Gegenstand ist wahrhaft auf der Höhe der Zeit. […] Dass es dabei auch sehr spannend, unterhaltsam und mit großer stilistischer Souveränität zugeht, sodass man Werbers Buch, für ein wissenschaftliches Werk gewiss nicht selbstverständlich, auch als Laie bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen mag, sei nur am Rand erwähnt.“

Literatur: Niels Werber "Ameisengesellschaft"

Niels Werber: Ameisengesellschaften – Eine Faszinationsgeschichte
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013
Leseprobe_Niels Werber_Ameisengesellschaft