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Als Rolf Boysen am 16. Mai 2014 im Alter von 94 Jahren starb, konnte er auf ein reiches Leben zurückblicken: Nach kaufmännischer Lehre und Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg begann er eine Ausbildung zum Schauspieler. Bereits 1948 erhielt er in Dortmund sein erstes Engagement. Nach Stationen in Kiel, Hannover und Bochum kam er 1957 für elf Jahre an die Münchner Kammerspiele. Shakespeare, Goethe, Schiller, Strindberg, Bernhardt, Lessing, Tschechow – Rolf Boysen war in vielen Klassikern zu Hause. Als legendär gilt seine Verkörperung des King Lear in einer Inszenierung von Dieter Dorn. Nach einem zehnjährigen Intermezzo am Hamburger Schauspielhaus kehrte Boysen 1978 nach München zurück.

Älter geworden, begann er in den neunziger Jahren seine zweite Karriere. Zahlreiche Hörbücher sprach er ein: Von „Per Anhalter durch die Galaxis“ über „Der Name der Rose“, Alighieris „Göttliche Komödie“, Eschenbach, Ovid, Hemingway, Kleist bis hin zu Georges Simenons „Maigret“ reicht sein Spektrum. Insgesamt kommt er auf 16 Hörbücher. Seine Lesungen waren stets gut besucht.

Die „Schauergeschichten“ mit Erzählungen von Edgar Allan Poe , Nikolaj Gogol, Jeremias Gotthelf , Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Annette von Droste-Hülshoff und Heinrich Heine erschienen ein gutes halbes Jahr vor Boysens Tod. Unterstützt wird er auf seinem letzten Hörbuch, einer Live-Aufnahme, von Sybille Canonica und Manfred Zapatka.

Die ZEIT (23/2014) lobt: „[…] Boysen gelingt es sofort, den Zuhörer in seinen akustischen Bann zu zwingen, mit großen Erzählbögen und feinen Zwischentönen, präzise gesetzten Pausen und passenden Modulationen. […] Das Grauen, das Boysen in Poes „Die Grube und das Pendel“ erzeugt, ist unerhört.“

Literatur-Hörbuch: "Schauergeschichten", gelesen von Rolf Boysen

Schauergeschichten
von E.A. Poe, Gogol u.a.
Gelesen von Rolf Boysen u.a.
Der Hörverlag, München 2013

Hörprobe: