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Vier Jahre ging Liao Yiwu durch die Hölle. Der bekannte chinesische Dichter schrieb nach den gewaltsam niedergeschlagenen Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 die Litanei „Massaker“. Daraufhin wurde er im Februar 1990 verhaftet. Während seiner Zeit im Gefängnis wurde er gefoltert, er erlitt Zusammbrüche und versuchte, Selbstmord zu begehen. In seinem in diesen Tagen erscheinenden Buch „Für ein Lied und hundert Lieder“ verarbeitet er diese Erfahrungen. Die chinesischen Behörden machten ihm das Schreiben schwer, beschlagnahmten seine Manuskripte. Erst die dritte Fassung konnt er jetzt ins Ausland retten.

Liao Yiwu hat 15 vergebliche Ausreisgesuche gestellt, bis er im letzten Jahr erstmalig außerhalb Chinas reisen durfte. Doch eine Lesereise in den USA wurde ihm verboten. Nun gelang ihm die Flucht nach Deutschland. Seit dem 6. Juli lebt er bis auf Weiteres in Berlin.

Süddeutsche online schreibt: „[…] beim Lesen dieses Buches wird man spontan von der Gewalt ergriffen, die von dem beigefügten „Massaker“ ausgeht, und der Leser wird von einem unwiderstehlichen Erzählstrom mitgerissen, der einen fünfhundert Seiten ebenso atemlos durchleben lässt wie Liao seine Odyssee durch den chinesischen Gulag und das Leben als Ausgestoßener und Verfolgter auf den Straßen Sichuans.“

Liao Yiwu liest am 17. August 2011 im Haus der Berliner Festspiele.
Informationen und Tickets: hier

Buchcover Liao Yiwu “Für ein Lied und hundert Lieder”

Liao Yiwu:
Für ein Lied und hundert Lieder
a.d. Chinesischen von Hans Peter Hoffmann
S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2011

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