Kulturtipp fürs Wochenende: „Fluten“

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Feuilletonscout Das Kulturmagazin für Entdecker MusikEin Gastbeitrag von cantamus berlin.

Ausgehend von zwei Kompositionen rund um die sagenhafte versunkene Stadt Vineta, die auf dem Grund der Ostsee liegen soll, erkunden wir in unseren Konzerten mit Klang und Licht die Faszination und den Schrecken, die mit dem Element Wasser verbunden sind.

Alles Leben auf der Erde kommt aus dem Wasser, und es ist unverzichtbar für unsere Existenz. In den Urmeeren nahm alles Leben seinen Anfang und differenzierte sich aus, bevor es seinen Siegeszug auch auf dem Land fortsetzte.

Wasser ist verantwortlich für viele Lebensprozesse, es lässt Pflanzen wachsen, erhält Tiere und Menschen und bestimmt die vielfältige Gestalt der Landschaften. Das fließende Wasser kann über lange Zeiträume tiefe Täler bilden – aber es ist auch ein unbeherrschbares, abgründiges Element und kann schnell zu einer reißenden Flut anwachsen. Welche Zerstörungskräfte es entfaltet, haben uns die Überschwemmungen der letzten Zeit wieder vor Augen geführt.

(c) cantamus berlin

Von Gefahren und Ängsten, die sich mit der Gewalt des Wassers verbinden, aber auch von seinen umschmeichelnden Wohltaten und der Mystik dieses Lebenselixiers erzählt die Musik, die wir singen. In den Vertonungen von Jaako Mäntyjärvi und Ralph Vaughan Williams liegt der Vater „fünf Faden tief“, und im Meer vollzieht sich eine wundersame Transformation – die Vertonung eines Gesangs aus Shakespeares Der Sturm. Die zauberhaften Reflexe des Lichts lässt Andrea Tarrodis Lume in betörend flirrendem Raumklang aufgehen. Und der sagenumwobenden Stadt Vineta, deren ferner Schimmer nächtens vom Grund des Meeres aufscheint, widmen sich die zwei Kompositionen von Johannes Brahms und Erik Esenvalds. Das stetige Rollen der mächtigen Wellen verwandelt der Este Veljo Tormis in ein drängendes Klangbild, das die Kraft des Wassers beschwört, in der gleichermaßen Verheißung und Gefahr liegen. Frederic Delius‘ betörende Melodie, zu singen auf dem Wasser in einer Sommernacht, und abschließend Eric Whitacre mit einem weiteren Nachtlied geben den sinnlich-träumerischen Aspekten Raum, die uns auch mit dem Element Wasser verbinden.

Ganz besonders freuen wir uns, wieder mit Christoph Enzel zusammen Musik zu machen, der mit zwei Auftragskompositionen und seinem Saxophon unsere Konzerte bereichert und begleitet. „Salvatio“ erweitert unsere Perspektive auf die unterschiedlichen Weltreligionen, in denen der Sintflutmythos Teil des kulturellen Narrativs geworden ist. Die Anrufung der Namen der vor der Sintflut Geretteten soll vor künftigen Fluten bewahren. „Jeux d‘eau“ lässt bereits im Titel die spielerischen Bewegungen anklingen, mit denen Enzel den Lauf des Wassers anreichert.

Für die instrumentale Begleitung der Vineta-Vertonung von Erik Esenvalds haben wir den Schlagwerker Lukas Böhm gewinnen können.

Unser Konzert erklingt zudem in eigens inszenierter Beleuchtung, die das Hörerlebnis visuell begleitet und intensiviert.

Konzerte in der ZIONSKIRCHE, Berlin-Mitte
Samstag 2. Oktober um 20 Uhr | Sonntag 3. Oktober um 19 Uhr

Tickets nur im Vorverkauf und ausschließlich hier:
https://t.rausgegangen.de/tickets/shop/cantamus-berlin-fluten

Aufgrund der 3-g-Regel für den Abend ist es nicht möglich, an der Abendkasse ein Ticket zu erwerben.

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

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