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Hochkultur flößt in der Regel Ehrfurcht ein. Und noch mehr fürchtet man jene, die darüber schreiben – hinterlassen sie doch beim durchschnittlich begabten und interessierten Leser oft den Eindruck, man müsse zunächt ein geisteswisschenschaftliches Hochschulstudium absolviert haben, um mitreden zu können und zu dürfen.

In einem sehr interessanten kleinen Interview in der ZEIT (28/2011) mahnt die Journalistin und Autorin Kathrin Passig zu mehr Gelassenheit bei diesem Thema. Sie verbinde Hochkultur mit Wichtigtuerei und wünsche sich, dass Kultur zukünftig wie Nachtisch betrachtet werde: Die Auswahl aus einem breitem Angebot sei Privatsache und niemand solle einem anderen erklären, warum dieser oder jener Kulturbeitrag wichtiger und wertvoller sei als ein anderer.

Feuilletonscout meint: Kunst und Kultur sollen nicht abschrecken. Sie bereichern das Leben, gleichgültig, was, wie und in welchem Maße sie konsumiert werden. Es gilt, auf Entdeckungstour zu gehen, zu genießen. Das Wissen und die Urteilskraft über das Angebot wächst mit dem eigenen Interesse an der Sache. Wissende und Gelehrte können helfen, einen Zugang zu finden und aufmerksam zu machen. Der Rest liegt bei jedem selbst.