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Selten bekommt man von Johann Christian Bach, dem Sohn des alles überstrahlenden Johann Sebastian, auf deutschen Bühnen etwas zu hören. Der Filius machte Karriere in Mailand und London, gilt als Vorbild Mozarts und starb doch 1782 im Alter von nur 42 Jahren verarmt.

Seine Oper „Temistocle“ ist derzeit in Mannheim zu sehen. 1772 für den Mannheimer Hof komponiert, nimmt sich nun Joachim Schlömer der Tragödie um den griechischen Feldherrn Themistokles an, der zwar siegreich von seinem Feldzug gegen die Perser zurückkehrt, daheim jedoch in Ungnade fällt und gezwungen ist, an den Hof seines persischen Erzfeindes Xerxes zu fliehen. Als dieser von ihm verlangt, gegen die Heimat in den Krieg zu ziehen, begeht Themistokles Selbstmord.

Ursprünglich über fünf Stunden lang, erwartet den Besucher im Mannheimer Nationaltheater eine 100-Minuten-Fassung ohne Pause.

Der Deutschlandfunk kritisch gegenüber der Inszenierung, doch lobend gegenüber den Sängern: „Als sein eigener Bühnenbildner wollte Schlömer wohl eine Mischung aus antik griechischer Bühne und zeitgenössischem, körperbetontem „action“-Theater vorführen. […] Am schlimmsten aber wirkte, dass er für die in ihren Gefühlslagen kompositorisch klar ausdifferenzierten Arien und Ensembles keine Personenregie entwickelte. So stellte sich erst Mitleid und dann doch Freude an den Sängern ein. […] Auch alle übrigen Solisten klangen gut.“

Nationaltheater Mannheim
Mozartstr. 9
68161 Mannnheim

Tickets: hier

Gesamtspielplan: hier

Ouvertüre aus dem Jahr 2005
Dirigent : Christophe Rousset, Toulouse

Johann Christian Bach (1735-1782): Temistocle, Part 3