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Erst 20 Jahre nach ihrem Tod sollten ihre abstrakten Werke der Öffentlichkeit gezeigt werden – vorher sei die Welt noch nicht reif dafür. So verfügte die schwedische Malerin Hilma af Klint (1862 – 1944) über ihren Nachlass. Zu ihren Lebzeiten kannte man nur ihre naturalistischen Landschafts- und Porträtbilder. Und obwohl seit ihrem Tod nunmehr rund 80 Jahre vergangen sind, ist Hilma af Klints abstraktes Oeuvre noch immer weitgehend unbekannt, obwohl sie zu den Wegbereitern dieser Kunstrichtung gehörte und ihre ersten abstrakten Bilder noch vor denen Kandinskys entstanden.

Davon überzeugt, dass die Welt mehr ist, als das, was wir sehen, fand sie die Inspiration für ihre Kunst in spiritistischen Sitzungen und in okkulten Schriften. Die Ergebnisse hielt sie nicht nur in ihren Bildern fest, sondern auch in Notizbüchern, die ihre Nähe zu Anthroposophen wie Rudolf Steiner widerspiegeln. Ihr Ziel war, ein tieferes Verständnis der Welt und der menschlichen Existenz zu erlangen.

Im Museum für Gegenwartskunst im Hamburger Bahnhof in Berlin sind derzeit rund 200 Werke der Künstlerin zu sehen, von der Skizze bis zur großformatigen Leinwand.

Deutschlandradio Kultur konstatiert: „Helena Blavatsky oder Rudolf Steiner, die sie beeinflussten, waren Bestsellerautoren ihrer Zeit und wurden auch im Kunstbetrieb vielfach rezipiert. Da darin vermittelten Gedanken einer direkten Verbindung von Individuum, Volksseele und Kosmologie erscheinen heute manchem in der Rückschau wie Prototypen völkischer Lehren des Nationalsozialismus – […] Hilma af Klints beeindruckendes Werk steht am Beginn dieser Einflüsse, begegnet im Hamburger Bahnhof auch direkt dem Werk von Beuys und verdeutlicht, dass solcherlei Urteile zu kurz greifen – dass in der Tat manches am schillernden Zeitgeist der Moderne noch nicht verstanden worden ist.“

Vogue online begeistert: „So lebendig und inspirierend hat man das frühe 20. Jahrhundert selten gesehen“‘

„Hilma af Klint. Eine Pionierin der Abstraktion“
Ausstellung noch bis zum 6. Oktober

Hamburger Bahnhof. Museum für Gegenwart
Invalidenstraße 50
10557 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag:  geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag-Samstag: 10 – 18 Uhr
Sonntag: 11 – -18 Uhr
Donnerstag: 10 – 20 Uhr

8 Euro / 4 Euro