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Erst vor wenigen Wochen erschienen die Lebenserinnerungen „Da steht mein Haus“ des jüdischen Arztes und Psychoanalytikers im S. Fischer Verlag. Samuel Fischer selbst, Gründer des S. Fischer Verlags,  hatte den jungen Keilson noch verlegerisch betreut und veröffentlichte sein erstes Werk „Das Leben geht weiter. Eine Jugend in der Zwischenkriegszeit“ im Jahr 1933. Doch Keilson war in erster Linie Arzt. Geboren in Bad Freienwalde, musste er 1936 Deutschland verlassen. Er flüchtete in die Niederlande und ging von dort in den Untergrund. Als Widerstandskämpfer kümmerte er sich um jüdische Kinder, die von ihren Eltern in Sicherheit gebracht wurden. Er selbst verlor seine Eltern in Auschwitz.

Während dieser Zeit entstanden erste Gedichte und der Anfang seines Romans „Der Tod des Widersachers“, der 1959 erschien.

Keilson konzentrierte seine Arbeit auch nach dem Krieg weiterhin auf die Psychoanalytik und behandelte viele traumatisierte Waisenkinder, vor allem jene, die ihre Eltern, wie er selbst, im Holocaust verloren hatten.

Neben Veröffentlichungen seiner psychoanalytischen Schriften ruhte auch seine Tätigkeit als Schriftsteller nicht. Von 1985-1988 war er Präsident des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland.

Am 31. Mai ist Hans Keilson im Alter von 101 Jahren in Hilversum/Niederlande gestorben.

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