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Mitten im Russischen Bürgerkrieg, irgendwann zwischen 1917 und 1920. Ein sechzehnjähriger Weißgardist erschießt auf einer Lichtung in Notwehr einen Soldaten. Den Sterbenden sich selbst überlassend, reitet er davon. Jahre später liest er in einer englischsprachigen Erzählung eines gewissen Alexander Wolf eine Szene, die exakt den Erlebnissen auf der Lichtung entspricht. Die Suche nach dem Autor, in dem der Schütze sein ehemaliges Opfer wiedererkennt, gestaltet sich schwierig. Doch das Leben der beiden Männer ist miteinander verwoben. Nicht zuletzt durch die Freundin des Schützen, die in London durch Alexander Wolf tief verstört wurde.

Gaito Gasdanow (1903 – 1971) schrieb „Das Phantom des Alexander Wolf“ 1948 im Pariser Exil, wo sich Gasdanow als Taxifahrer und Clochard, später als Redakteur des amerikanischen Radiosenders „Radio Liberty“ durchschlug. Der Roman erschien zunächst nur auf Englisch und Französisch. Nun liegt er auch auf Deutsch vor.

Die ZEIT Literatur (Oktober 2012) konstatiert: „Aus unerfindlichen Gründen ist ausgerechnet dieses Meisterwerk der klassischen Moderne lange übersehen worden und wird nun als verspäteter Nachtrag zur Weltliteratur wie eine Flaschenpost aus der Vergangenheit ans Ufer der Gegenwart gespült. […] Seit Langem hat man keinen so menschlich feinen und anrührenden Roman über die große seelische Eiszeit des 20. Jahrhunderts gelesen.“

FAZ net begeistert: „Denn der beherrschende Eindruck bei und nach der Gasdanow-Lektüre ist das Staunen: Wie kommt es, dass dieser stupende Autor, dieser – jedenfalls in Rosemarie Tietzes Übersetzung – virtuose Stilist, dieser meisterlich komponierende Schriftsteller uns bisher vorenthalten geblieben ist?“

rbb Kulturradio ebenfalls positiv: „Existentialistischer Thriller über die Gewalt der Liebe und die Verwirrungen der menschlichen Psyche.“

Buchcover Gaito Gasdanow

Gaito Gasdanow
Das Phantom des Alexander Wolf
a.d. Russischen v. Rosemarie Tietze
Hanser Verlag, München 2012

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