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Dass die Jagiellonen eines der mächtigsten Königshäuser des Mittelalters waren, wissen heutzutage wahrscheinlich nur noch wenige. Doch in den Jahren des späten 14. Jahrhunderts bis zum Ende des 16. Jahrhunderts schrieb die litauisch-polnische Dynastie Geschichte: Nachdem Großfürst Jagiello vom heidnischen zum römisch-katholischen Glauben übertrag, konnte er 1386 als Wladislaus II. polnischer König werden. 1425 durfte der letzte Großmeister des Herrscherhauses zum Protestantismus übertreten und überließ im Gegenzug das spätere Preußen den Polen.

Mit ihrer Selbstchristianisierung, einer geschickten Heirats- und Handelspolitik sowie Offenheit gegenüber westlich geprägter Kunst, gelang es den Jagiellonen, die aggressive Missionierung des Deutschen Ritterordens zurückzudrängen und eine sanfte Annäherung herbeizuführen. Ihr Herrschaftsbereich reichte von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer.

Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam widmet dieser vergessenen Dynastie eine umfangreiche Ausstellung. Rund 90 Exponate hat der Historiker Jiri Fajd in 12 Jahren zusammengetragen, unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der katholischen Kirche sowie den Ländern Polen, Tschechien und Ungarn.

Der Deutschlandfunk bedauert zwar, dass die Ausstellung gerade das Konfliktpotenzial dieses auch religiös sehr heterogenen Gebiets unberücksichtigt lässt, lobt aber: „Was dennoch bleibt, ist eine handwerklich exquisit präsentierte Ausstellung mit poetischen Kunstwerken vom Ende des Mittelalters über die Vergänglichkeit der Welt.“

Die ZEIT (11/2013) fasst zusammen: „So eröffnet die Schau einen Blick zurück auf eine vergessene gemeinsame Geschichte – in ein vornationales, blühendes Europa.“

Europa Jagellonica.
Kunst und Kultur Mitteleuropas unter der Herrschaft der Jagiellonen 1386–1572
Ausstellung noch bis zum 16. Juni 2013

Flyer: hier

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Kutschstall
Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam

Öffnungszeiten
Dienstag bis Donnerstag: 10–17 Uhr
Frreitag bis Sonntag und an Feiertagen 10–18 Uhr
Montag geschlossen

8 Euro / 6,50 Euro
freitags 6,50 Euro

TV-Beitrag bei RBB Fernsehen