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Ernst May (1886-1970) gilt als einer der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Seine Schaffensphasen waren prägend für ganze Stadtviertel, die wir heute häufig als Beton-Burgen empfinden .

Begonnen hatte alles im Ersten Weltkrieg, als May abkommandiert wurde, Massenfriedhöfe und Kriegerdenkmäler zu entwerfen. Über Siedlungbauten mit heimeligen Häusern begannen die Experimente. Und 1925 schließlich die große Chance: Der fortschrittliche Frankfurter Bürgermeister engagierte ihn, um für die Arbeiter und Angestellen hellen, luftigen Wohnraum zu schaffen. Es entstehen Siedlungen mit großen Bauten, von Parks umgeben, wie z.B. die Römerstadt, standardisiert bis zur Kücheneinrichtung (Frankfurter Küche).
Seine Arbeit führte ihn weiter in die Sowjetunion, wo ab 1930 mehrere Industriestädte nach seinen Vorgaben entstehen. Nach ernster Kritik an seiner Arbeit, muss May das Land verlassen. Da die Nationalsozialisten seine Kunst ablehnen, geht er nach Tanganijka, wird Kaffeefarmer, baut aber weiter. So z.B. das Kenwood Haus in Nairobi, dessen Fassade Wellen gleicht. Seine letzten großen Projekte sind die Neue Vahr in Bremen und die Trabantenstadt Darmstadt-Kranichstein.

Das Deutsche Architekturmuseum widmet Ernst May anlässlich seines 125jährigen Geburtstags erstmalig eine umfassende Ausstellung. Fotos, Pläne, Filme und Modelle zeigen Mays Weg vom Bau neoklassizistischer Villen bis zu den großen Wohnanlagen der Moderne.

Ausstellungsplakat Ernst May

„Ernst May: Neue Städte auf drei Kontinenten“
Ausstellung noch bis zum 6. November 2011

Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten
Di, Do bis Sa 11–18 Uhr
So 11–19 Uhr
Mi 11–20 Uhr
Mo geschlossen

7 Euro/3,50 Euro