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Wir schreiben Russland Mitte des 19. Jahrhunderts. Die feine Gesellschaft vergnügt sich beim Glücksspiel auf der Suche nach Reichtum und Liebe im fiktiven Roulettenburg. Mitten drin der General, der zusammen mit seiner Familie auf die Nachricht vom Tod der reichen Erbtante wartet. Doch statt der Nachricht kommt die Tante selbst, verspielt einen großen Teil ihres Vermögens und reist wieder ab. Dadurch hat sich das Beziehungsgeflecht der handelnden Personen maßgeblich verschoben: Wollte der General mit seiner reichen Erbschaft eigentlich Mme. Blanche heirateten, wendet sich diese nun von ihm ab. Monsieur Grieux, bei dem der General Schulden hat, und der dessen Stieftochter Polina ehelichen wollte, verlässt ebenfalls die Verlobte. Statt dessen gesteht Polina dem Hauslehrer Aleksej ihre Liebe, der daraufhin ins Spielkasino läuft, um das Geld zusammenzuspielen, damit die Schulden bei Monsieur Grieux bezahlt werden können. Auch wenn ihm dies gelingt, ist er schließlich der Spielsucht anheimgefallen. Am Ende stehen gescheiterte und traurige Beziehungen ohne Liebe und Reichtum.

Dostojewksi schrieb sein Meisterwerk 1866 in nur 26 Tagen. Sergej Prokofjew verlegte die Handlung seiner Opernadaption ans Ende der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Harry Kupfer brachte das Stück nun in einer vielgelobten Inszenierung auf die Frankfurter Opernbühne.

Deutschlandradio Kultur lobt: „Kupfer versteht sich auf Personenregie, hier im „Spieler“ ist aber vor allem die Choreografie der Masse gefragt, die den riesigen Raum füllen muss. Und das gelingt ihm vorzüglich, weil er große Bilder schafft, wie Gemälde jener Zeit, in der Dostojewskis Geschichte spielt. […]Gerade diese Feinheiten sind es, die Kupfers Frankfurter Inszenierung von „Der Spieler“ zeitlos und aktuell machen – als sei sie ein Spiegel unserer Zeit.“

Die Neue Musikzeitung online kritisch: „Der frühere Meister der Personenregie blieb auch in der Figurenzeichnung inkonsequent: kein überzeugendes gesellschaftliches „Oben“ und „Unten“, mal gleichnishaft wirkende Gespenstergesichter, mal realistisches Agieren, mal nur aufgesetzt wirkender Aktionismus. Auch das sonst schon selbstverständliche „Frankfurter Glück“ von hinreißenden Solisten stellte sich nur in Teilen ein.“

Welt online hingegen positiv: „Am Ende sind zwar alle Pleite, verrückt geworden oder tot. Aber die Oper hat ein selten gespieltes Stück auf dem hier üblichen musikalisch szenischen Niveau gewonnen.“

Impressionen der Aufführung bei br-online

„Der Spieler“
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