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Liebe, Ehe, Eheglück. Um 1900 entwickeln sich neue Formen des Zusammenlebens. Die bürgerliche Vorstellung von Ehe wird ebenso in Frage gestellt wie die Libertinage, die außerehelichen Verhältnisse. Vor allem die Frauen lösen sich aus den starren Rollen.

Anhand der drei Beziehungen Simone de Beauvori/Jean-Paul Sartre, Marianne und Max Weber, Helene Weigel/Bertolt Brecht untersucht Hannelore Schlaffer das „Konzept der intellektuellen Ehe“, wobei „intellektuell“ hier bedeutet, ein selbstbestimmtes, auf das eigene Glück ausgerichtete Leben zu führen. Der hohe Anspruch an diese Form der Partnerschaft ist unübersehbar: Sie soll dauerhaft sein, und sich auf «Vertrauen, Liebe, gegenseitiges Verständnis, gemeinsame Arbeit, persönliche Erfüllung und Selbstverwirklichung» gründen sowie erotische Befriedigung und sexuelle Freiheit beider Partner garantieren.

Zeit online resümiert: „Für Intellektuelle wird jede Beziehung zum Projekt: Man probiert es zu dritt, zu viert, spricht unentwegt über den wunderbaren Schlamassel, in dem man steckt. Hannelore Schlaffer hat ein kluges Buch über die intellektuelle Ehe geschrieben.“

kultiversum lobt: „Ihre detailreiche und vorzüglich geschriebene Untersuchung zeigt, dass beide Seiten, Männer wie Frauen, von der Entwicklung profitiert haben, aber auch, dass die Entwicklung nach wie vor eine vom männlichen Rollenbild dominierte blieb.[…] n einem das Buch beschließenden Ausblick aufs Jetzt macht Schlaffer jedoch Mut, den Kampf fortzusetzen – nach der Emanzipation der Frau, die nur um den Preis zu haben war, dass sich die Frau in Kleidung, Sprache, Habitus, dem Mann angepasst hat, um Anerkennung zu finden und sich Respekt zu verschaffen, steht nun die des Mannes an.“

Buchcover “Die intellektuelle Ehe”

Hannelore Schlaffer
Die intellektuelle Ehe. Der Plan vom Leben als Paar
C. Hanser, München 2011
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