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Er hat eigentlich nichts so gemacht, wie es in seiner Zeit üblich war: Albrecht Dürer (1471-1528) schwamm schon rein optisch gegen den Strom. Waren bei Männern kurze Haare und ein glatt rasiertes Gesicht Mode, so trat er mit wallender Lockenmähne und langem Bart auf. Statt – wie üblich – Selbstportaits dezent im Profil zu produzieren, schaut er dem Betrachter frontal entgegen – sonst nur dem Christusantlitz vorbehalten. Dass er sich dabei in Pelzen und Roben darstellte, die nur dem obersten Stand vorbehalten waren, galt als weiterer Tabubruch. Und dennoch verehrten ihn die Bürger und Obersten seiner Zeit. Sein Hase, die gefalteten Hände oder das Rhinozeros sind weltberühmt.

Über Dürers Leben weiß man wenig. Sein Alltag, die Einrichtung seiner Wohnung in der Nürnberger Burgstraße/Ecke Obere Schmiedgasse, seine Ehe und die Kinderlosigkeit, seine Krankheit, die ihn ausgemergelt im Alter von 57 Jahren sterben ließ, sind dunkle Flecken für die Nachwelt. Was man weiß ist, dass sein Vater Goldschmied war und nicht weit entfernt vom späteren Dürer-Haus lebte, wo Albrecht auch seine frühen Jahre verbrachte.

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg widmet sich nun dem jungen Albrecht Dürer. Mit über 200 Originalwerken als Leihgaben aus der ganzen Welt ist die Schau die größte seit 40 Jahren in Deutschland. Dabei verbindet sie seine frühe Kunst mit den Lebensumständen seiner Zeit und dem Umfeld seines Wirkens – die Stadt Nürnberg, die er Zeit seines Lebens nicht verlassen hat.

FAZ net konstatiert: „Wie wenig wir über Albrecht Dürer wissen, zeigt eine großartige Ausstellung in Nürnberg.“

Stefan Koldehoff im Deutschlandfunk: „Das ist einer dieser seltenen Glücksmomente, in denen wieder mal Forschung und Bildungsauftrag eines Museums mit einem großen Kunstgenuss einhergeht.“

Der frühe Dürer.
Ausstellung vom 24. Mai bis 2. September 2012

Germanischen Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
90402 Nürnberg

Öffnungszeiten
Di, Do-So: 10.00 – 18.00 Uhr
Mi: 10.00 – 21.00 Uhr

6 Euro/4 Euro

Rahmenprogramm zur Dürer-Ausstellung