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Roy lebt bei seiner Mutter. Sein Vater, ein Zahnarzt, bietet dem 13jährigen eine gemeinsame Auszeit in einer Blockhütte in Alaska an, um mehr Zeit miteinander zu verbringen. Der Junge nimmt an, und gemeinsam versuchen sie, dem unwirtlichen Leben auf der Insel Herr zu werden. Schnell stellt sich heraus, dass der Ältere das Abenteuer nur unzureichend vorbereitet hat. Schlimmer noch als die äußeren Umstände ist jedoch der depressive Zustand des Vaters, der in die Katastrophe mündet: Unfähig, sich selbst zu töten, drückt der Vater dem Sohn die Pistole in die Hand und geht. Der Junge erschießt sich. Grausam und detailreich beschreibt Vann im zweiten Teil, wie der Vater mit der Leiche des Jungen lebt, als Getriebener, auswegslos.

„Legend of a suicide“, so das Original, war eigentlich Teil einer Erzählsammlung bevor der Suhrkamp Verlag sie der Sammlung  entkoppelte und als Novelle herausbrachte.Vann verarbeitet darin den Selbstmord seines eigenen Vaters, den er als 13jähriger miterleben musste.

Zeit online: „Im Schatten des Vaters ist ein Buch der Getriebenheit. Die Nüchternheit, mit der David Vann davon erzählt, macht seinen Roman umso eindrucksvoller. Von den Bildern darin kommt man so schnell nicht wieder los. Im Schatten des Vaters ist ein Buch der Getriebenheit. Die Nüchternheit, mit der David Vann davon erzählt, macht seinen Roman umso eindrucksvoller. Von den Bildern darin kommt man so schnell nicht wieder los.“

Die Süddeutsche Zeitung urteilt: „Die eigentliche Spannung der Novelle entsteht aus der Verschränkung widerstrebender Gefühle. Denn „Sukkwan Island“ ist beides zugleich: ein Fall von nachgetragener Liebe, bei dem der Sohn den Selbstmord des Vaters so unbedingt zu verhindern versucht, dass er schließlich keinen anderen Weg weiß, als ihn an sich selbst zu vollziehen, und ein Rachefeldzug von archaischer Grausamkeit. All die Bilder, die in David Vanns Kopf herumspuken mögen, hetzt er dem überlebenden Vater auf denHals.“

Deutschlandradio Kultur: „David Vanns meisterhaft komponierter Roman hat einen kathartischen Effekt, er liest sich wie eine Warnung: Es gehört überraschend wenig dazu, das Leben der Menschen, die man am meisten liebt, zu zerstören.“

Buchcover Vann: In Schatten des Vaters

David Vann: Im Schatten des Vaters
aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow
Suhrkamp, Berlin 2011
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