Rezension

Liv Migdal Refuge

Geige solo: Liv Migdal spielt Werke von J.S. Bach, Paul Ben-Haim und Béla Bartók

Die Violine als Musikinstrument des Jahres 2020 in vielen Facetten erlebbar.
Rezension von Ingobert Waltenberger.

Refugium (und ich ergänze: Sinnfindung) in Musik, in Kunst? Welcher musische Mensch kennte das nicht? So ist das Programm des Albums universell, jedoch in der Wahl der Werke ganz spezifisch, weil Musik für J. S. Bach, Ben-Haim und Bartók nicht nur Beruf, sondern „in dramatischen Lebensphasen, in Grenzmomenten ihres Lebens auch Zuflucht“ bedeutete, resümiert Liv Migdal ihre Überlegungen und zieht den Geiger Yehudi Menuhin in die Entstehungsgeschichte der Stücke mit ein.

Tagebuch eines sentimentalen Killers

„Tagebuch eines sentimentalen Killers“ von Luis Sepúlveda

Rezension von Barbara Hoppe.

Eigentlich hätte das alles nicht passieren dürfen. Der namenlose Killer, Mitte vierzig, hatte sich schon vor Jahren in eine hübsche, deutlich jüngere Französin verliebt. Aus seiner Wohnung wurde aus dem Verliebtsein eine Pärchenwohnung und aus dem Job wurde – zumindest für die Freundin – ein Posten bei einer Fluggesellschaft, der häufiges Reisen erforderte. Alles ein No-Go für einen Profikiller. Und dann kommt ein neuer Auftrag und alles wird noch schlimmer.

Die Enkelin von Grace Bumbry und Maria Callas

L’elisir d’amore (Der Liebestrank) ist ein chef-d’œuvre des norditalienischen Opernkomponisten Geatano Donizetti. Was hat uns das melodramma giocoso aus dem Jahre 1832 heute noch zu sagen? Ziemlich viel, findet der Münchner Opernbesucher Stephan Reimertz – wenn eine sängerisch und darstellerisch so starke Protagonistin wie die Südafrikanerin Pretty Yende auf der Bühne steht.

Mit Peng und großem Opernton: „Die Rose von Stambul“ als Live-Mitschnitt aus dem Münchner Prinzregententheater

Rezension von Ingobert Waltenberger.

„Fridolin, ach wie dein Schnurrbart sticht“
„Die Rose von Stambul“ ist Teil des verdienstvollen Leo-Fall-Zyklus von cpo . Nach „Die Kaiserin“, „Der fidele Bauer“, „Brüderlein fein“, „Madame Pompadour“, „Paroli“ und „Die Dollarprinzessin“ handelt es sich also um die siebte Veröffentlichung. Die „Rose von Stambul“ erlebte 1916 seine Uraufführung am Theater an der Wien. Mit 422 Ensuite-Vorstellungen wurde sie zur erfolgreichsten Operette in der Geschichte des Theaters an der Wien nach Franz Lehárs „Lustiger Witwe“.

The World to come

Der Rundfunkchor Berlin, die „Missa solemnis“ von Beethoven und eine Konzertinstallation

„The World to come“: Am 8. und 9. Oktober ruft Neukölln alle Musikenthusiasten herbei. Barbara Hoppe war schon vorher dort und durfte in das aufregende Musikprojekt zum 250. Geburtstag von Beethoven hineinhören. Es scheint, als gäbe es keinen passenderen Zeitpunkt für das Projekt. „The World… Weiterlesen »Der Rundfunkchor Berlin, die „Missa solemnis“ von Beethoven und eine Konzertinstallation

Sophie Bonnet

Sophie Bonnet: „Provenzalischer Stolz. Ein Fall für Pierre Durand“

Rezension von Barbara Hoppe.

Ein stoppeliger Bart und der Bauch hat auch etwas zugelegt: Pierre Durand, Gemeindepolizist im provenzalischen Sainte-Valérie, lässt sich gehen. Seit seiner Suspendierung hadert er mit seinem Lebensentwurf. Während seine Freundin Charlotte mit ihrem kleinen Lokal erfolgreich ist und ihn drängt, Widerspruch einzulegen, weigert sich Pierre, in einen Dienst zurückzukehren, in dem er nach der Pfeife des verhassten Bürgermeisters tanzen muss.
Da kommt ihm das Angebot eines Freundes gerade recht…

casalQuartett: „Beethovens Welt 1799-1851. Der Revolutionär & seine Rivalen

Rezension von Ingobert Waltenberger.Auf fünf CDs werden in der vorliegenden programmatisch nicht nur gescheiten, sondern auch musik-archäologisch spektakulären Box Beethoven samt einigen Vor- und Nachläufern als Komponisten von Streichquartetten vor den Vorhang gebeten. Neben drei Streichquartetten von Ludwig van Beethoven selbst (Nr. 1 in F-Dur… Weiterlesen »casalQuartett: „Beethovens Welt 1799-1851. Der Revolutionär & seine Rivalen

rose royal

Die dunkle Macht der Anziehung: „Rose Royal“ von Nicolas Mathieu

Rezension von Barbara Hoppe.

Es ist eine Geschichte, wie sie zwischen Mann und Frau täglich auf dieser Welt hundertfach passiert. Und natürlich passt eine solche Geschichte in einen schmalen Roman von gerade mal 94 Seiten wie „Rose Royal“ des französischen Schriftstellers Nicolas Mathieu. 2018 erhielt der damals Vierzigjährige den renommierten Prix Goncourt für „Wie später ihre Kinder“.

Barocke Herrlichkeit: „Veni, vidi, vinci“ – Franco Fagioli singt Arien von Leonardo Vinci

Rezension von Ingobert Waltenberger.

Auf dem CD Cover ist ein Fagioli als strahlender Heroe zwischen der zähnefletschenden Pavarotti-Attitüde nach „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“, einem Crooner der 20-er Jahre oder einer Bleaching Werbung eines schicken Zahnarztes fotografiert. Der argentinische Counter-Shooting-Star lässt keinen Zweifel daran, er will siegen – und das mit hochvirtuosen Arien des neapolitanischen Spätbarockmeisters Leonardo Vinci.