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Hendrik Ibsens Drama „Hedda Gabler“ entstand 1890. Es erzählt eineinhalb Tage im Leben von Hedda (Birgit Minichmayr, zuletzt im Kino mit „Gnade“, s. Feuilletonscout vom 21.10.12 ), die gerade mit ihrem Mann Jørgen Tesman von der Hochzeitsreise zurückgekehrt ist. Sie liebt ihn nicht, hofft aber, durch die Heirat einen höheren gesellschaftlichen Rang zu bekommen. Tesman arbeitet an einer kulturwissenschaftlichen Publikation, die ihm den Doktortitel und eine Anstellung als Professor an der Universität bringen soll.

Als Heddas früherer Geliebter und Tesmans ewiger Konkurrent Ejlert Løvborg in die Stadt kommt, der mit der reichen, älteren Thea ebenfalls ein Buch veröffentlicht hat, ist nicht nur Tesmans Karriere, sondern auch seine Ehe in Gefahr. Denn Hedda ist gleich doppelt eifersüchtig: Auf Thea und auf Løvborgs Erfolg. Ihre Intrige gegen ihn endet in einem Fiasko.

nachtkritik.de lobt Birgit Minichmayr in der Rolle als Hedda: „So agiert Minichmayr als Hedda enorm präzise und wohldosiert. Sie ist ein Eisberg der Bosheit: Bei dem bisschen, was davon aus dem Wasser schaut, ist man sich des größeren Rests stets bewusst.“

Der Deutschlandfunk eher negativ: „Ja, „La“ Minichmayr, die schon im Vorfeld umjubelte Birgit Minichmayr, trifft vollends den Ton der bösartigen Blasiertheit, die sie als Hedda Gabler ausstrahlt. Nur: Gut ist nicht gut genug. Die „existenzielle Dimension“, mit der Regisseur Martin Kusej die Aufführung von „Hedda Gabler“ gerechtfertigt hat, das absolut Abgründige, teilt sich in dieser monolithischen, immer schlaffer werdenden Inszenierung nicht mit.“

Deutschlandradio Kultur hingegen positiv: „Man hat Hedda Gabler immer wieder in verschiedenen Interpretationen gesehen: als die Vorreiterin der Emanzipation, als die erste freie Frau, als Depressive, als krankes Symptom ihrer Zeit. Und natürlich ist sie das alles, zugleich aber ist sie auch noch viel komplexer, ist noch mehr und hat damit auch in ihrer Schwärze und passiven Vernichtungskraft eine Größe, die jede Reduzierung auf eine Nuance verkleinert. Und genau diese Größe und dieses Geheimnis, sie sind es, was Birgit Minichmayr und Martin Kušej ihr im Münchner Residenztheater gelassen haben.“

Hedda Gabler
Infos und Tickets: hier

Residenztheater München
Max-Joseph-Platz 1
80539 München