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Er galt als Mitbegründer der so genannten „Leipziger Schule“. 1925 in Breslau geboren, meldete er sich 1943 freiwillig zur Waffen-SS und erlebte den Kampf um Breslau, der sich ihm tief einprägte. Nach dem Krieg besuchte er die Kunstgewerbeschulen in Breslau und Leipzig und wurde schließlich 1961 Professor und Rektor an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Dort gründete sich auch die Leipziger Schule, als einer deren Gründervater Heisig gilt. Künstler wie der heute hoch gehandelte Neo Rauch waren seine Schüler. Neben der Verarbeitung der Kriegserlebnisse erfüllte Heisig auch Auftragsarbeiten. So ließ sich noch vor der Wende 1986 Helmut Schmidt von ihm portraitieren.

In der DDR war er ein unangepasster Angepasster, der 1977 als Export-Künstler der DDR auf der documenta in Kassel vertreten war, zu Hause aber zuweilen auch deutliche und kritische Worte gegen die politischen Verhältnisse fand. Nach der Wende rief man ihn zur künstlerischen Ausgestaltung des Reichstags hinzu. Eine kleine – seine letzte – Ausstellung würdigte den Künstler hier anlässlich seines achtzigsten Geburtstags.

„Sein malerischer Furor tobte sich in einer Fülle von Geschichtsbildern aus. Da explodierten die Farben, überschrieen sich die Themen regelrecht“, urteilt der Deutschlandfunk.

Am 10. Juni ist Bernhard Heisig im Alter von 86 Jahren in Strohdehne im Havelland gestorben.