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Viel muss man zu Ai Weiwei nicht mehr schreiben. Seit Jahren ist der 56-jährige chinesische Konzeptkünstler und Bildhauer Thema in den deutschen Feuilletons. In seiner Heimat alles andere als wohlgelitten, steht er dort unter scharfer Beobachtung. Vor drei Jahren nahm man ihn an einem unbekannten Ort für drei Monate in Haft, nachdem er sich regierungskritisch geäußert hatte. Seitdem ist er ohne Reisepass und mit Reise- und Ausstellungsverbot belegt. In Deutschland hingegen schätzt man seine ungebrochene Haltung und seine Kunst, in der er die Entwicklungen Chinas kommentiert. Und so entstand die Schau in Berlin auch in enger Zusammenarbeit mit Ai Weiwei, den Museumsdirektor und Kurator Gereon Sievernich häufig besuchte. Bis zuletzt hofften Kuratoren und Freunde, dass der Künstler doch noch zur Ausstellungseröffnung am gestrigen Abend nach Berlin reisen könne.

Es sollte nicht sein, und so blieb den Gästen nur die Videobotschaft Ai Weiweis. Die Retrospektive mit dem Titel „Evidence“ im Martin-Gropius-Bau versammelt Werke des Künstlers in 18 Räumen und im Lichthof, unterteilt in drei Themengebiete: Die Auseinandersetzung mit der Gegenwart Chinas, dessen Auslandsbeziehungen und der Künstler selbst. Es ist die bis dato größte Schau Ai Weiweis mit neuen oder aber zumindest in Deutschland erstmals zu sehenden Werken.

Der Deutschlandfunk kritisiert: „Die Ai Weiwei-Retrospektive im Berliner Gropius-Bau bleibt unter ihren Möglichkeiten. Gerne hätte man die verschiedenen Schaffensphasen Künstlers näher kennengelernt. Stattdessen erlebt man den bereits bekannten chinesischen Dissidenten, mit viel Pathos und in der immer gleichen Rolle: als Opfer, Ankläger und Richter in einem.“

Der Tagesspiegel begeistert: „Ai Arbeitens, die sich gern der Überwältigungsstrategie bedienen, erzielen in den historischen Räumen einen kolossalen Effekt.“

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag: 10–19 Uhr
Dienstag: geschlossen

11 Euro/8 Euro
Ticket online: hier