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Tommaso Traettas 1772 entstandene Oper „Antigona“ basiert auf der Sophokles-Tragödie „Antigone“: Antigona, Tochter des Ödipus, will ihren Bruder gegen den Willen des Vaters beisetzen und soll dafür sterben. Im Gegensatz zur griechischen Tragödie gibt es bei Traetta ein gutes Ende.

Insgesamt als sehens- und hörenswert bewertet, gibt es in den Feuilletons vor allem leichte Kritik an dem spartanischen Bühnenbild und der musikalischen Leistung Traettas, die hinter Mozart und Gluck zurückbliebe. Dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck, vor allem die Akademie für Alte Musik unter Dirigent René Jacobs werden gelobt:

Zeit online: „Das kann gar nicht besser realisiert werden als mit der Berliner Akademie für Alte Musik. Von den Musikern, die im hochgefahrenen Graben des Schillertheaters sitzen, würde man sich auch schwächere Stücke bieten lassen, so engagiert, präzise, fantasievoll gehen sie vor – und mit enormer Erfahrung. Wer mit so mozartschem Esprit am Hammerklavier improvisiert wie Wiebke Weidanz in den Rezitativen, kann Jazzer erblassen lassen.“

FAZ net: „Es ist die Musik selbst, die hier zur Protagonistin der Aufklärung wird: ihr höchst eindringlicher, die erstarrten Affekte der Barockoper durch melodischen und harmonischen Reichtum erweichender Ausdruck der Trauer, ihre über die alten Nummern-Begrenzungen hinweg disponierten dramatischen Entwicklungsbögen, ihre Formenvielfalt, die den schnellen Wechsel zwischen großen Chorkomplexen, Ensembleszenen, Rezitativen und Arien geschickt verzahnt und, nicht zuletzt, der raffinierte Einsatz des um Klarinetten und solistisch behandelte Fagotte bereicherten Orchesterkolorits.“

kultiversum resümiert: „Und musikhistorisch ist diese «Antigona» allemal eine interessante Ausgrabung.“