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Ausstellung: „Der Tod hat nicht das letzte Wort“ in BerlinAls die Rote Armee vor 70 Jahren das Konzentrationslager Auschwitz befreite, traf sie nicht nur auf die letzten Überlebenden des Grauens, sondern fand auch Kunst. Werke, die sich mit dem Krieg und dem Holocaust auseinandersetzen, und dies geschah nicht nur in Auschwitz. In Ghettos, Verstecken und in den Konzentrationslagern selbst entstanden Bilder aus allem, was der Künstler finden konnte: Bleistiftstummel, Kohle, Kot, Blut, Pigmentbrocken aus Wänden gekratzt und mit Eiweiß als Bindemittel verrührt. Zu sehen sind Alltagsszenen aus den Lagern ebenso wie Portraits und Karikaturen. Auch der Häftling Marian Ruzamski, der seine Bildermappe versteckt unter der Kleidung auf dem Todesmarsch mitnahm und einem Mithäftling übergeben konnte, bevor er selbst in Bergen-Belsen starb, gehörte zu ihnen. Oder Jan Markiel, der die Tochter des Bäckers, der das Lager mit Brot belieferte und der mit seiner Familie den Gefangenen half, portraitierte, weil er ihre blauen Augen so mochte.

Im Paul-Löbe-Haus in Berlin ist derzeit eine Ausstellung mit Werken zu sehen, die sich mit dem Holocaust beschäftigen. Bilder von Verfolgten und Häftlingen, aber auch Raubkunst, für die Rudolf Heß in Auschwitz zeitweise ein eigenes Museum eingerichtet hatte.

Die ZEIT (4/2015) hält fest: „Es liegt nahe, solche Zeichnungen vor allem als historische Zeugnisse zu interpretieren. Doch Jürgen Kaumkötter, de die Ausstellung kuratiert […] will es dabei nicht belassen. Mit der Ausstellung möchte er Werke wie die Ruzamskis wieder als das sichtbar machen, was sie sind: Kunstwerke mit einem ästhetischen Eigenwert.“

Spiegel online meint: „Sie beweisen, welche Hoffnung Kreativität wecken kann. Diesen Künstlern widmet Jürgen Kaumkötter uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Nicht, weil sie Opfer des Holocaust, sondern weil sie Künstler waren.“

Wenn Sie mehr über das Buch von Jürgen Kaumkötter erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.

„Der Tod hat nicht das letzte Wort – niemand zeugt für den Zeugen“
Ausstellung bis zum 27. Februar 2015

Paul-Löbe-Haus
Konrad-Adenauer-Straße 1
10557  Berlin
Anmeldung unter 030-227-388 83