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Dmitry Masleev/© Alikhan

Die Finger fliegen über die Tasten. So schnell, dass das Orchester kaum hinterher kommt. Dmitry Masleev, Gewinner des Tschaikowski-Wettbewerbs 2015, spielt Rachmaninow. 24 Variationen in 24 Minuten – der Komponist schrieb die „Rhapsodie über ein Thema Paganini für Klavier und Orchester Op. 42“ im Jahr 1934 zunächst für sich selbst. Und etablierte sich damit als „Tastentitan“. Was Paganini für die Violine konnte, das zauberte der russische Meister nun auf das Piano. „Es bedarf blitzschneller Reflexe und „wissender“ Finger, um den stupend schwierigen Solopart von Rachmaninows „Paganini-Variationen“ zu bewältigen, verrät uns das Programmheftchen .

Und nun sitzt da vorne auf der Bühne Dmitry Masleev aus Ulan-Ude in Sibirien, 28 Jahre alt. Schmal und blass, zurückhaltend und schüchtern, bis zu dem Moment, in dem er beginnt zu spielen. Die Konzentration ist greifbar, die Körperspannung des jungen Ausnahmepianisten bis in die letzte Reihe zu spüren. Da spielt einer, der sein Leben auf diesen Tasten verteidigt. Leidenschaftlich, virtuos, sich immer wieder selbst beweisend. Das spielfreudige Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Robert Trevino müht sich sichtbar, um zu folgen. Die Cellisten bearbeiten ihre Instrumente als gelte es, einen Wettlauf zu gewinnen, die Oboen spielen mit knallrotem Kopf und Tobias Schweda an der Pauke zeigt vollen Körpereinsatz. Das Publikum dankt es ihm mit einem Extraapplaus.

Begeistert verabschieden die Zuschauer Dmitry Masleev nicht ohne eine Zugabe. Dieses Mal spielt er feinsinnig und zart. Und schickt uns beseelt in die Pause.

Lesen Sie ein Interview mit Dmitry Masleev hier.

Alle Konzerttermine des Künstlers auf seiner Homepage.

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!Tipp: Dmitry Masleev. Der Pianist lässt den Atem stocken, 3.6 out of 5 based on 8 ratings