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Feuilletonscout – Rezension

© Lukas SpörlMuseum Kunst der Westküste

Weiß liegt es dort, in der Ortsmitte von Alkersum, das Museum Kunst der Westküste auf der nordfriesischen Insel Föhr. Der Eingang ist etwas zurückgesetzt, fast sieht man ihn nicht und könnte meinen, das schöne Gebäude ist das Restaurant Grethjens Gasthof, dessen Lettern draußen an der Mauer prangen. Was auch irgendwie stimmt, denn dieses wunderschöne Museumscafé lädt geradezu ein, sich auch der kulinarischen Kunst zu widmen.

Doch zurück auf Start. Schon beim Eintritt staunt man über die Helligkeit, die einem entgegenfließt. Weit entfernt von den geduckten, charakteristischen Reet gedeckten Häusern der Insel, besticht das Museum Kunst der Westküste durch lichte, großzügige Räume. Eröffnet 2009, muss sich das junge Haus nicht hinter ehrwürdigen, traditionsreichen Museen in Berlin, Hamburg oder München verstecken. Aufbauend auf der Sammlung des Museumsstifters Prof. h.c. Frederik Paulsen, hat sich das Museum Kunst der Westküste zur Aufgabe gemacht, Kunst, die sich mit den Themen Meer und Küste auseinandersetzt, zu erforschen und zu vermitteln.

© Lukas Spörl

In mehreren Räumen und Kabinetten taucht der Besucher dann auch ein in die Welt dänischer, deutscher, niederländischer und norwegischer Künstler aus der Zeit von 1830 bis 1930. Da steht man vor Bildern, die das harte, entbehrungsreiche Leben der Fischer zeigen, blickt in das hoffnungsvolle, besorgte und sehnsuchtsvolle Gesicht der wartenden Fischersfrau oder in das Entsetzen im Blick eines jungen Matrosen während des Sturms auf einem Werk von Christian Krohg mit dem Titel „Mann über Bord“. Im starken Kontrast dazu die Idylle Max Liebermanns im nächsten Raum, wo Reiter oder Tennisspieler am Strand die Sommerfrische genießen.

© Lukas Spörl

Immer wieder zeigt das Haus auch Sonderausstellungen und setzt damit besondere Akzente. Derzeit zu sehen sind Fotografien des Sylter Fotografen Bleicke Bleicken (1898-1973), der die Wandlung der Insel zum mondänen Urlaubsort festhielt. Ebenso eindrucksvoll ist die aktuelle Schau „Papermania“. Elf Künstler zeigen Papier einmal nicht als Farbträger, sondern als Kunstobjekt per se.

Feuilletonscout meint: Klare Empfehlung. Hingehen! Bilder, Architektur, Ambiente – alles passt zusammen, ist modern und doch einzigartig integriert in die Landschaft und Mentalität Nordfrieslands.

© Lukas Spörl

Museum Kunst der Westküste
Hauptstraße 1
25938 Alkersum/Föhr

 

 

 

Öffnungszeiten
1. März 2015 – 31. Oktober 2015
Dienstag bis Sonntag: 10-17 Uhr
Montag: geschlossen

1. November 2015 – 10. Januar 2016
Dienstag bis Sonntag: 12-17 Uhr
Montag: geschlossen

8 Euro/4 Euro

* Alle Bilder von Lukas Spörl mit freundlicher Genehmigung des Museums Kunst der Westküste.

 

Bei Verwendung des Textes bitte Quelle angeben bzw. verlinken.

!Tipp: Die Museen der Insel Föhr. Museum Kunst der Westküste., 5.0 out of 5 based on 3 ratings