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Barbara Hoppe, Kulturjournalistin

Der Tag, an dem ich stehengelassen wurde, weil ich Literaturwissenschaften studiert habe. 

Es war bei einem offiziellen Empfang, als ich einfach stehen gelassen wurde. Ich sprach mit einem sehr eloquenten Herrn aus der Bankszene, der bereits in London und Brüssel gearbeitet hatte und der mir von seinem aufregenden und tollen Job erzählte. Irgendwann fragte er dann: „Und was haben Sie studiert?“. Ich sagte: „Literaturwissenschaften“. Er drehte sich um und ging. Mit dieser Antwort hatte er nicht gerechnet. Und anfangen konnte er damit ganz offenbar auch nichts.

An dem Abend merkte ich, dass viele Menschen kein anderes Thema haben als ihre Arbeit. Sie definieren sich über ihren Job und glauben scheinbar, dass sie ausschließlich mit einer aufregenden Karriere und Erfolg im Beruf punkten können.

Dass sie damit ihr Gegenüber bisweilen langweilen merken sie nicht. Und wie sehr sie sich selbst der Möglichkeit berauben, aufregende Mußestunden, intelligente Unterhaltung jenseits des Beruflichen und Inspiration fürs eigene Leben zu erfahren, kommt diesen Menschen meist nicht in den Sinn.

Dieses Schlüsselerlebnis vor vielen Jahren war der Startschuss für den Feuilletonscout. Heraustreten aus dem Alltag, über den Tellerrand des täglichen Einerleis schauen, die Bereicherung durch Kunst, Kultur, Musik und Literatur erleben, dem unendlichen Wohlgefühl nachspüren, wenn wir eingefahrene Wege verlassen und uns auf aufregende Kultur-Pfade begeben, macht unser Leben nicht nur bunter, reicher, offener, sondern uns auch unterhaltsamer, interessanter und toleranter im Gespräch mit anderen.

Kommen Sie gemeinsam mit mir auf Entdeckungstour!

 

 

 

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